Ansichten

Holger Artus

15. Juni 2020
nach Holger Artus
Keine Kommentare

Noch fehlt in der Burchardstraße 12 ein Stolperstein

Für eine geplante Aktivität am 15. Juli 2020 vor dem Bahnhof Sternschanze/Ganztagsgrundschule Sternschanze war ich alle Deportationsliste 1941 – 1945 in Hamburg durchgegangen. Gerne will ich alle Namen der Deportierten aus unserem Wohngebiet, dem „Weidenviertel“, an diesem Tag auflisten. Hierbei fand ich die Namen von Marta und Ewald Markowitz in der Burchardstraße 12.

Weiterlesen →

9. Juni 2020
nach Holger Artus
Keine Kommentare

Über die Entstehung von mopo.de und der Rolle einer Interessenvertretung im Prozess der digitalen Transformation

Schon länger lag diese Info als Datei vor (2015), aber immer gedacht für eine Zusammenfassung in einem Betriebsrats-Info: Eine Darstellung der Geschichte des Internet-Auftritts der MOPO aus Sicht der Interessenvertretung. Meine heutige soziale Identität mit der Interessenlage der Beschäftigten ist bei mir natürlich gegeben, aber mit der Beschäftigung ist es vorbei ;-). Wenn ich heute das Geschehen der MOPO verfolge, so in einer anderen Rolle. Auf keinen Fall als Interessenvertreter. Ich bemühe mich um eine gute Draufsicht auf das heutige Geschehen, aber muss mit Respekt vor den jetzt Verantwortlichen stattfinden und eine Einmischung von außen ist nicht angesagt.

Weiterlesen →

4. Juni 2020
nach Holger Artus
Keine Kommentare

NS-Zwangsarbeit nicht zu den Akten legen

Sehr angefasst hatte mich das Zwangsarbeitslager in der Sternwoll-Spinnerei in der Griegstraße, dem ehemalige Standort der MOPO. Ich hatte hier Jahrzehnte gearbeitet und musste beschämend 2009 davon erfahren. Seit 2013 erinnert eine Wandskulptur und ein Info -Tafel an das Lager und die Menschen, die hier eingesperrt waren. Im Staatsarchiv habe ich jetzt drei Massenlager für Zwangsarbeiter im Hamburger Kontorhausviertel gefunden. Ein Lager war bekannt (Schützenpforte 11), das andere beschrieben (Burchardstraße 11), aber nicht in dem Ausmaß bekannt, das dritte war m.W. bisher nicht bekannt (Marschländerstraße).

Weiterlesen →

23. Mai 2020
nach Holger Artus
Keine Kommentare

Ein neuer Stolperstein für Frida Dannenbaum

Der Stolperstein für Frida Dannenbaum wurde am 20. Mai 2020 vor dem Kleinen Schäferkamp 32 verlegt. Am 8. Mai hatten wir die Nachbarschaft über die geplante Verlegung informiert. Ursprünglich war sie für den 27. April 2020 geplant, aber durch die Corona-Maßnahmen konnte sie nicht stattfinden. So kam es zu einer größeren Aktivität im Viertel, auch zu den beiden Stolpersteinen für Walter Tiedt in der Weidenallee 61 und eben für Frida Dannenbaum im Kleinen Schäferkamp 32.

Weiterlesen →

18. Mai 2020
nach Holger Artus
Keine Kommentare

Das waren Nazis und Rechtsradikale auf dem Rathausmarkt

Am Sonnabend fand auf dem Hamburger Rathausmarkt eine so genannte „Hygene-Demo“ statt. Das „Hamburger Bündnis gegen Rechts“ hatten an drei Punkten um den Rathausmarkt zu Gegenkundgebungen unter dem Motto „Solidarität und Aufklärung statt Verschwörungsideologien“ aufgerufen. Nach anfänglicher Zurückhaltung gingen wir auf den Rathausmarkt, um uns den Platz zu erschließen und den Nazis das Forum zu nehmen..

Weiterlesen →

8. Mai 2020
nach Holger Artus
Keine Kommentare

Im Weidenviertel an die Bedeutung des 8. Mai 1945 hingewiesen

Heute, am 8. Mai 2020, dem 75. Jahrestag der Befreiung von Faschismus, wurde mit einer kleinen Aktivität an dieses Ereignis im Hamburger “Weidenviertel” erinnert. In den Straßenzügen zwischen Weidenallee, Schäferkampsallee und Kleiner Schäferkamp wurden Plakate an 14 Häuser angebracht, auf die Spuren auf den Gehweg hinführen. Es waren Orte der rassistische und politische Verfolgung, der “Arisierung” und der Zwangsarbeitslager, an die erinnert wird. Zu den einzelnen Personen oder den Lager wurde auf den Plakaten informiert. Zusätzlich wurden für zwei noch zu verlegende Stolpersteine für Frida Dannenbaum im Kleinen Schäferkamp 32 und für Walter Tiedt in der Weidenallee 61 jeweils eine Nachbarschaftsinfo verteilt sowie ein Video der Nachbarschaft angeboten.

Weiterlesen →

8. Mai 2020
nach Holger Artus
Keine Kommentare

Ein Stolperstein soll vor der Weidenallee 61 verlegt werden

Demnächst soll ein Stolperstein vor der Weidenallee 61 für Walter Tiedt verlegt werden. Geplant war der 27. April 2020. Durch die Corona-Maßnahmen wird der Stein zu einem späteren Zeitpunkt verlegt. Unser Anliegen ist, dass es auch eine stille Gelegenheit geben sollte, an die Opfer in der NS-Zeit zu erinnern. 

Walter Tiedt war Opfer des sogenannten „Euthanasie-Programm“ der Nazis, durch das körperlich und geistig eingeschränkte Menschen vernichtet oder – wie auch die Kinder der Schule am Bullenhuser Damm -, für “medizinische” Zwecke instrumentalisiert und ermordet wurden. 

Weiterlesen →

30. April 2020
nach Holger Artus
Keine Kommentare

Das Zwangsarbeiterlager in der Sternwoll-Spinnerei wurde am 3. Mai 1945 befreit

Am 3. Mai 1945 unterschrieb die Nazi-Wehrmacht für Hamburg die Kapitulation. Wie bereits vorher, waren auch andere deutsche Städte befreit worden. Der Faschismus war besiegt, aber er hatte Millionen von Toten und die fast vollständige Zerstörung der Infrastruktur in Europa mit sich gebracht. Befreit wurden am 3. Mai 1945 auch die über hunderttausend Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Hamburg. Dazu gehörten auch die aus dem Lager in der Sternwoll-Spinnerei. Über ein Flugblatt und Plakat wurden die am Ort beschäftigen Arbeitnehmer/innen informiert. Über das Zwangsarbeitslager in der Sternwoll-Spinnerei gibt es auch eine Web-Seite, www.sternwollspinnerei.de. Beiliegend der Wortlaut des verteilten Infos.

Weiterlesen →

20. April 2020
nach Holger Artus
Keine Kommentare

Im Gespräch über den Stolperstein von Renata Drehmel

Mehrere Nachbarinnen und Nachbarn aus der Gärtnerstraße kamen zur Reinigungsaktion des Stolpersteins von Renata Drehmel in Hamburg-Eimsbüttel. Unbekannte hatten versucht, ihn zu zerstören und haben ihn mit Farbe übermalt. Der Stein war bereits gereinigt, wozu ich in einem Info aufgerufen hatten, was mich sehr gefreut hatten. So gab es in dem Kreis ein Gespräch über Renata Drehmel und die Absicht des Unbekannten. Gesprochen hatten wir auch über Peggy Parnass. Renate Drehmel war ihre Tante. Gegenstand war auch die Geschichte des Steins, der erst im August 2019 verlegt wurde und schon mehrfach attackiert wurde. Das Info, dass ich an die Hauseingänge angebracht hatte, wurde vielfach gelesen, so eine Teilnehmerin an der Aktion. Vor allem ging es darum, das man Haltung zeigen sollte gegen Nazis. Das war der Wert der Aktivität.

Weiterlesen →

19. April 2020
nach Holger Artus
Keine Kommentare

Erneute Attacke auf Stolperstein in der Gärtnerstraße 117

Nachbarn haben mich auf die erneute Attacke auf den Stolperstein in Erinnerung an Renata Drehmel vor der Gärtnerstaße 117 in Hamburg-Eimsbüttel hingewiesen. Auch wenn hier offenbar ein Wiederholungstäter sein schändliches Spiel treibt, meine ich, darf man das nicht tolerieren. Jetzt habe ich an den Häusern rund um die Gärtnerstraße 117 jetzt eine Nachbarschaftsinfo und die Biographie von Renata Drehmel angebracht und angekündigt, dass ich den Stolperstein reinigen werde. Die Form habe ich gewählt, um wieder in den Dialog treten zu können. Bereits beim letztenmal gab es viele Reaktion, ob Mails oder Anrufe. Gegen Rechts hilft nur Haltung. Ich habe ich in dieser Ecke von Eimsbüttel Ende der 1950er Jahre einen Teil meiner Kindheit verbracht, so dass mich diese Attacke gegen den Stein besonders betroffen macht. Hier meine Nachbarschaftsinfo.

Weiterlesen →

6. April 2020
nach Holger Artus
Keine Kommentare

Entwicklungen in den regionalen Zeitungsverlagen nach Corona

Mit der Corona-Pandemie und den politischen Maßnahmen dazu ändert sich auch die Lage der Zeitungen grundlegend. Die kommende Rezession wird langfristig den Zeitungsmarkt verändern. In allen drei Märkten, auf denen die Verlage vor allem ihre Umsätze erzielen, bestand bereits vorher erhebliche Anspannung. Durch die jetzigen Maßnahmen geraten die Auflagen unter anhaltenden Druck, aber insbesondere der Anzeigenmarkt bricht aktuell ein. Alle bisherigen Businesspläne in den Mediengruppen erledigen sich, sowohl die laufenden und mittelfristigen Planungen. Die Ergebniserwartungen der großen regionalen Zeitungsgruppen gingen 2018 alle von einer Verbesserung der Lage in 2021/2022 aus. In den absehbar kommenden Wochen werden Sparprogramme aufgelegt werden. Das werden Personalabbau durch Umfangsreduzierungen oder Reorganisation von Ausgaben sein, die Verlagsbereiche optimiert u.a.m. Es wird nicht beim Instrument der Kurzarbeit alleine bleiben. So sehr man sich in den Verlagen mit der aktuellen Lage beschäftigen dürfte, gibt es auch längst Planungen für die Zeit, wenn der Zeitungskauf wieder anzieht und wie sich der Medienkonsum dauerhaft verändern wird.

Weiterlesen →

5. April 2020
nach Holger Artus
Keine Kommentare

Ein zeitlicher Überblick über die MOPO-Geschichte von 1949 – 2019/2020

Die einzelnen Perioden der MOPO unter den verschiedenen Gesellschaftern habe ich jeweils extra beschrieben. Dazu habe ich vorab einige Zeilen geschrieben, sehr subjektiv. Eine Einordnung in die unterschiedlichen Rahmenbedingungen beim Erscheinens und des Druck der Zeitung habe ich dabei nicht aufgearbeitet. Seit den 1990er Jahren könnte ich das für beide Marktteilnehmer, den Unternehmern und Beschäftigen zusammenfassend beschreiben. Dies aber in den Kontext zur MOPO-Geschichte zu schreiben, wäre leicht überzogen. Sie war eine sehr kleine Zeitung und man sollte es nicht übertreiben. In den detaillierten jährlichen Rückblicken des Betriebsrats seit Anfang 2000 hatte ich mich daran versucht. Da hatte es seinen Platz und für mich sollte es da bleiben. Anderweitig habe ich auch immer wieder die Entwicklung in der MOPO, im Zeitungsmarkt und der Gewerkschaftsbewegung im Bereich der Printmedien beschrieben.

Weiterlesen →

4. April 2020
nach Holger Artus
Keine Kommentare

MOPO-Geschichte 1949-1980 unter der SPD

Bei diesem Rückblick habe ich selber keine beruflichen Bezüge, so dass ich auf das angewiesen war, was andere geschrieben haben oder ich aus Erzählungen mir notiert hatte. Wenn es am Ende eine zeitlicher Überblick geworden ist, so wird gerade an diesem Abschnitt sichtbar, dass diese Form des Überblicks inhaltlich wenig bis nichts aussagt. Es bedarf schon einer Einordnung in die Zeit und deren Kritik, wie sie sich in dem Unternehmen zeigte. So leicht es mir fällt, die SPD zu kritisieren, so fällt es gleichzeitig unsagbar schwer. Es bleibt empörend, das Redakteure wie Andreas Conradi als CvD und Werne Irle, Lokalchef, 1973 wegen ihrer politischen Meinung, die nicht dem Hamburger Innensenator entsprach, gekündigt wurden.

Weiterlesen →

1. April 2020
nach Holger Artus
Keine Kommentare

MOPO-Auflage von 1949 bis 2019

Zum 31.12.1949 verbuchte die MOPO für das IV. Quartal eine durchschnittliche Auflage von 21.455 Exemplaren. Die MOPO meldete 70 Jahre später, für das IV/2019 eine verkaufte Auflage von 44.748 (Mo-Fr) bei der IVW. Die Abo-Auflage lag bei 2.915, der Einzelverkauf bei 28.038 Exemplaren. Der „Sonstige Verkauf“ wurde mit 13.715 Exemplaren angegeben. Hier sind 12.120 ePaper Exemplare, also keine gedruckte Auflage, die aber in die „verkauften“ Exemplare einfließen.

Weiterlesen →

24. März 2020
nach Holger Artus
Keine Kommentare

MOPO-Geschichte 1980-1986 unter Greif

Zum 65. Geburtstag der MOPO hatte ich auf umständlichen Wegen mit Eduard Greif in Zürich Kontakt aufnehmen können und später auch telefoniert. Ihm gehörte zusammen mit seinem Bruder Christian die MOPO von 1980 bis 1986. Ich kannte ihn noch aus meiner Beschäftigung in der Buchhaltung der MOPO 1985/1986. Er konnte sich an mich nicht erinnern, aber meinte, das ich der erste seit damals war, der mit ihm aus dem Unternehmen über die MOPO-Zeit seit 1986 wieder gesprochen hätte. Damals habe ich das Gespräch in einer Info zusammengefasst und im Unternehmen in einem Betriebsratsinfo verbraten. Aus seiner Sicht fühlte er sich von allen betrogen.

Weiterlesen →

23. März 2020
nach Holger Artus
Keine Kommentare

MOPO-Geschichte 1986-1999 unter Gruner+Jahr

Ich erinnere mich der Tage des Kaufs der MOPO durch G+J. Wochen vorher unter Eduard Greif wuchs der Überziehungskredit bei der BfG. Ursprünglich war er durch abgetretene Forderungen gesichert. Meistens war die Forderungen zwischen 3 – 4 Mio. DM, der Kredit immer weit darüber. Kurz vor Monatsende achteten wir immer darauf, das Ausgangszahlungen ausblieben, damit es keine Risiken bei der Einlösung unserer Gehaltsschecks gab. Plötzlich durften wir um ein vielfaches über Wochen überziehen. Am Ende war das BfG-Konto bei – 23 Mio. DM. Am Tag des Kaufs der MOPO durch G+J erfolgte dessen Ausgleich und ich buchte einen gleichlaufendem Zahlungseingang gegen die Bankverbindlichkeiten.

Weiterlesen →