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Holger Artus

15. Februar 2020
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Unternehmensgeschichte am Beispiel des Heinrich Bauer Verlages in der NS-Zeit im Netz

Der Spiegel und das Medienmagazin des NDR, ZAPP, hatten die NS-Zeit der Bauer Media Group kürzlich beleuchtet. Alfred Bauer war in der NSDAP, er hatte sich an „Arisierung“, der Enteignung der jüdischen Menschen in Deutschland, beteiligt und davon profitiert. Profitiert meint hier die Tatsache der Beteiligung an der Aneignung jüdischen Eigentums, nicht mit dem Blick auf das Unternehmen. Während die jüdischen Eigentümer verkaufen mussten, hätte das Unternehmen auch nicht kaufen können. Nachteile wäre ihm nicht entstanden.

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6. Februar 2020
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Meine Einschätzung zum Kauf der MOPO

Mit der heutigen Entscheidung, die Hamburger Morgenpost an Arist von Harpe verkaufen, ist der wesentliche Prozess der Portfoliobereinigung der DuMont Mediengruppe im Zeitungsbereich abgeschlossen. Von Harpe ist Geschäftsführer der XING Marketing Solution GmbH und will das Unternehmen zum 1. März 2020 kaufen. Im September 2019 wurde der Berliner Verlag und seine Gesellschaften an Holger und Silke Friedrich verkauft, im Januar 2020 erfolgte die Veräußerung der Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung an die Bauer Media Group und jetzt die Hamburger Morgenpost Medien. Im Dezember 2019 erklärte DuMont, dass man die Kölner Zeitungsaktivitäten selber fortführen will. 

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3. Februar 2020
nach Holger Artus
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Über die Familie Wagner in der Schäferkampsallee 11

Heute habe ich in meiner unmittelbaren Nachbarschaft wieder ein Flugblatt in 40 Briefkästen zum Thema Stolpersteine rund um die Schäferkampsallee 11 verteilt. Ich wollte etwas über die Familie Wagner erzählen, da die Finanzierung der Steine noch nicht steht. In einem anderen Fall hatten sich die Nachbarn angesprochen gefühlt und eine Patenschaft übernommen. Hier war es jetzt genauso, Nachbarn übernahmen die Patenschaft für die vier geplanten Stolpersteine. Diese Aktivität ordnet sich ein in andere um das Viertel in diesem Jahr.

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2. Februar 2020
nach Holger Artus
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Wie steht es um die wirtschaftliche Lage der MOPO?

Die Zahlen der MOPO sind öffentlich einsehbar, es gibt im Prinzip kein Geheimnis über die Lage des Unternehmens. Das vorhandene Bild einer immer rote Zahlen schreibende MOPO trifft nicht zu. Von 2000 bis 2014/15 gab es, soweit sie öffentlich sind oder in Konzernbilanzen an sich dargestellt wurden, schwarze Zahlen. Per letzten Jahresabschluss schrieb die Morgenpost Verlag GmbH unter Berücksichtigung ihrer beiden Tochterunternehmen Hamburg First und DuMont Media einen Verlust von – 1,9 Mio. €. Der Gewinnvortrag 2017 betrug 0,9 Mio. €. Unter Berücksichtigung des noch verbliebenen gezeichneten Kapitals in Höhe von über 1,0 Mio.€ blieb eine Summe von + 19.361,78 € beim Eigenkapital.

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1. Februar 2020
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Warum es zu einer Kundgebung am Meßberghof kam?

Eine Recherche über einen Stolperstein von Gertrud Seidl und Ernst Bauer aus Hamburg machte mich auf das Unternehmen Hugo Hartig in der Burchardstraße 1 aufmerksam, dass 1938/39 “arisiert” wurde. Über die Recherche zur Chemischen Fabrik Kleemann, in der ich Anfang der 1970er Jahre gearbeitet hatte, war ich über auf das Thema “Arisierung” gefallen. Bei mir im Wohnviertel hatte ich ebenfalls recherchiert und über Schicksal der Familie Bernhardt Heinemann die jetzigen Mieter/innen in der Weidenallee 38/40 informiert. Über weitere “Arisierungen” bin ich am zusammentragen und werde weitere kleine Geschichten aufschreiben. Es schmerzt, hier zu leben und darum nicht zu wissen.

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30. Januar 2020
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Auch nach mehr als 70 Jahren kann man sich entschuldigen

Die Berichte des SPIEGEL und des NDR über die Aktivitäten der Bauer Media Group im Nationalsozialismus zeigen, dass das Unternehmen einen Umgang mit seiner Vergangenheit finden muss. Die demokratische Öffentlichkeit verlangt dringend Antworten und Aufklärung. Als international bedeutender Hamburger Medienkonzern trägt die Bauer Media Group eine besondere publizistische Verantwortung und hätte bereits seit langem seine Geschichte aufarbeiten müssen. Während Bertelsmann oder die DuMont-Mediengruppe selbstständig Historiker_innen beauftragt hatten, um die eigene Rolle im Nationalsozialismus zu erforschen, erweckte die Bauer jahrzehntelang den Eindruck, zwischen 1933 und 1945 hätte Stillstand geherrscht.

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29. Januar 2020
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Eine Belegschaft mischt sich in offenen Verkaufsprozess ein


update: 30.01.2020:  horizont.net, schreibt, dass die Essener Mediengruppe die Verhandlungen mit DuMont abgebrochen hat. Damit steht DuMont vor einem Scherbenhaufen einer nicht mir zu verstehenden „Portfolio-Bereinigungs-Strategie“.  Weitere Verhandlungen schließt Funke aus. Funke sei bereit gewesen, 10 Mio Euro für mopo.de zu zahlen, DuMont wollte aber auch Zeitung und Verlag verkaufen und gab in den Verhandlungen an, es gäbe einen weiteren Interessenten. Wer das sein soll, ist jedoch unklar. Laut Simon will Funke das nicht investierte Geld nun nutzen, um ein eigenes Reichweitenportal für Norddeutschland zu starten.

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28. Januar 2020
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Nach DuMont meldet sich jetzt Funke zu Wort: Wir verhandeln

Die Funke Mediengruppe bestätigt jetzt auch, dass sie Gespräche mit der DuMont Mediengruppe über den Kauf von mopo.de führen. Aus kartellrechtlichen Gründen sei ein Kauf des gesamten Unternehmens nicht möglich. Der DuMont-Vorstand hatte am Montag davon gesprochen, dass man nach einer kartellrechtlichen Lösung suche. Noch-Kommunikationschef der Funke Mediengruppe, Tobias Korenke, verweist anlässlich der heutigen Protest-Aktion vor dem Hamburger Standorts des Unternehmens darauf, dass dies in seinen Augen an einem falsche Ort erfolgt. Nach seiner Meinung müsste man vor DuMont protestieren (“wer ist verantworlich für eure Misere?”). 

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27. Januar 2020
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Wie war das unter den Nazis in der Burchardstraße 1?

Am Montag, den 27. Januar 2020 haben wir noch einmal ein Flugblatt vor einigen Unternehmen im Kontorhausviertel verteilt, um für die Kundgebung am Meßberghof zu werben. Die Absicht war, an Beispielen in der unmittelbaren Umgebung , die Verfolgung und Vertreibung, aber wohl auch Tod, wenn man sich der Gesamtlage der italienischen Militärinternierten in Hamburg ansieht und deren Opfer auf dem Ohlsdorfer Friedhof.

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27. Januar 2020
nach Holger Artus
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Druck zeigt Wirkung! DuMont sieht Öffentlichkeitsarbeit für schädlich für ihre Verkaufsgespräche an

Die DuMont Mediengruppe sieht sich jetzt veranlasst, zu der in Hamburg entstandenen Debatte um die Zukunft der Zeitung eine Erklärung abzugeben. Sie sehen die entstandene Öffentlichkeit als schädlich für ihre Verkaufsgespräche an. Mit der Erklärung wird erstmals klar, dass man auch mit Hamburger Marktteilnehmern spricht, da man nach kartellrechtlichen Möglichkeiten sucht, so DuMont. Indirekt ist damit klar, dass man mit der Funke Mediengruppe sprechen dürfte. Axel Springer dürfte es nicht sein, die sollen schon gelacht haben, als DuMont ihnen mit dem Verkauf ihrer regionalen Mediengruppen gekommen war.

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23. Januar 2020
nach Holger Artus
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Die Bauchlandung einer Sanierungsstrategie

Mit der Ankündigung der DuMont Mediengruppe, die Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung in Halle an die Bauer Media Group zu verkaufen, kann man den Prozess der Portfoliobereinigung von DuMont kommentieren. Ende Dezember 2019 hatte DuMont erklärt, am Kölner Stadt Anzeiger und Express festzuhalten. Bezogen auf Halle gibt es noch den Kartellvorbehalt und die abschließende Überweisung des Kaufpreises. Wofür DuMont vermutlich einen Kredit aufnehmen müsste oder seine Kreditlinie belasten würde, für die Bauer Media Group ist das ein Kleinstbetrag – in einem ordentlich geführten Medienunternehmen.

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15. Januar 2020
nach Holger Artus
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Betroffenheit nicht mit mir alleine ausmachen

Heute Morgen haben der Spiegel und der NDR/ZAPP einen Bericht über die Geschichte der Bauer Media Group in der Nazi- Zeit veröffentlicht. Bisher hatte das Unternehmen selber auf ihrer aktuellen Web-Seite darüber keinen Vermerk stehen. Alfred Bauer war in der NSDAP und hat sich nach den vorliegenden Berichten und Dokumenten an der „Arisierung“ jüdischen Eigentums beteiligt und offenbar auch persönliche Vorteile verschafft. Bauer will einen Historiker mit der Unternehmensgeschichte beschäftigten. Sie geben an, dass sie selber keine Unterlagen im Unternehmen haben. Ich finde die Geschichte der „Arisierung“ der aufgeführten Häuser in der Hoheluftchaussee 91/93 so beklemmend, dass ich sie aufgeschrieben und den Mieter/innen in die Briefkästen gesteckt habe. Hierzu bedarf es keines Historiker, hier bedarf es einer Haltung. Hier die Info:

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13. Januar 2020
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Die Spannung um die Zukunft wächst

Die Frage der Zukunft der MOPO nimmt im Januar 2020 Fahrt auf. Noch ist nicht klar, mit wem DuMont neben Funke verhandelt. Wir alle sind am recherchieren. Seit Dezember 2019 ist klar, dass DuMont mit verschiedenen Partnern spricht. Das Gerede von der Einstellung als eine Option besagte nur, dass mann sich wieder breiter aufgestellt hatte, da es eine neue Lage gab. Das „aufspießen“ der Äußerung vom MOPO-Mitgeschäftsführer Froben war der Punkt, die Debatte um die Zukunft der Marke zu treiben. Da DuMont so oder so Geschichte war, ging es daneben auch um eine grundsätzliche Positinierung, wo der Platz sein müsste.

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9. Januar 2020
nach admin
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DuMont mit – 85,7 Mio. € Verlust – 2018 zweitschlechtestes Ergebnis in der Geschichte

Wie meedia.de schreibt, hat die Die DuMont Mediengruppe das Geschäftsjahr 2018 mit einem Verlust von – 85,7 Mio.€ beendet. Das ist eines der schlechteste in der Geschichte von DuMont. Lediglich 2012 betrug der Verlust – 112 Mio.€, was vor allem auf die Insolvenz der Frankfurter Rundschau sowie Neubewertungen von Unternehmen zurückzuführen war. Die Geschäftsführung rechnet für 2019 mit “einem Konzernjahresfehlbetrag in einstelliger Millionen EUR Größenordnung.

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30. Dezember 2019
nach Holger Artus
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“Betreff: Ergebnisse des SZ-Streik 1999”

Beim ordnen der Unterlagen über den Streik in der Sächsisichen Zeitung 1999, um sie dann ins Archiv für soziale Demokratie zu senden, bin ich wieder über spannende Dokumente aus diesem Streik gestolpert. Natürlich achtet man dabei auch auf seine eigenen Papiere ;-). Bei klarem Blick für meinen Platz im Streik, war meine Rolle vor allem in der Organisierung der Öffentlichkeit nach außen und innen.

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18. Dezember 2019
nach Holger Artus
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DuMont droht mit Einstellung der MOPO – völlig daneben

Eine Presse-Erklärung, die ich teile, auch wenn diese nicht aus meiner Feder ist. In der konkreten Situation der MOPO muss man die Dinge, hier die Lage, beim Namen nennen. Der Besuch am 19. Dezember 2019 in der MOPO-Redaktion war diesbezüglich sehr erhellend. Ein heutiges Betriebsrats-Info hatte das Thema dieser Presse-Info eigenständig aufgegriffen. „Philip M. Froben, Mit-Geschäftsführer der Hamburger Morgenpost und DuMont Rheinlands, hat heute auf einer Mitarbeiterversammlung auf Nachfragen erklärt, dass eine Schließung der „Hamburger Morgenpost“ vorstellbar ist.

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10. Dezember 2019
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Kommentare deaktiviert für Hans-Joachim, nicht nur ein Klassenlehrer

Hans-Joachim, nicht nur ein Klassenlehrer

Für einige Rentenpunkte habe ich meine Schulzeit ab dem 17. Lebensjahr nachweisen müssen. Das entsprechende Formular habe ich mir heute in der Schule Surenland abgeholt. Damals hieß sie noch Neusurenland und ich war nur für die abschließende 10. Klasse in der damaligen Realschule. Aber es war für mich der grundlegendste Lebensabschnitt, was vor allem mit – eigentlich nur – unserem Klassenlehrer, Hans-Joachim H. zusammen hing. Jochen ist heute über 80. Ich hatte ihn kürzlich wieder zu Hause besucht und wir haben lange geklönt.

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2. Dezember 2019
nach Holger Artus
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Was für ein Wirrsinn von der LINKEN zur Bezirksamtsleitung in Eimsbüttel

Die Linke Eimsbüttel hat sich nach der Erklärung zur neuen Koalition von Grünen und CDU im Herbst 2019 jetzt mit dem Ergebnis der in der ersten Runde gescheiterten Abwahl des sozialdemokratischen Bezirksamtsleiters Kay Gätkens im November 2019 auseinandergesetzt. “Eine endlose Hängepartie um den Posten in der Verwaltung wäre nicht hilfreich”, so die eher unklare Positionierung. Für die Linke Eimsbüttel, deren Fraktion in Teilen Gätkens als Bezirksamtsleiter 2016 mitgewählt hat, sei “der Versuch nachvollziehbar, den Bezirksamtsleiter abzuwählen.”

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30. November 2019
nach Holger Artus
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Braune Spuren im Kontorhausviertel

Das Kontorhausviertel in der Hamburger Altstadt ist durch das Chilehaus mit berühmt geworden. Immer wieder stehen Touristen/innen davor und machen ein Foto von der zugespitzten Frontseite. Die gewaltigen Gewerbebauten, sei es der Meßberghof, der Springenhof oder andere Häuser in dem Viertel, im Stil des Backsteinexpressionismus, hinterlassen einen imposanten Eindruck, was in den 1920er Jahren alles an Gewerbebauten hier entstanden ist und die das alte Wohngebiet vertrieben haben.

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