Das Bild als gewerkschaftliche Herausforderung gefällt mir: In zehn Jahren kommt 20 Prozent des Umsatzes eines Zeitungsverlages aus dem Anzeigengeschäft (heute 40), 30 Prozent aus dem Vertrieb (heute 60), 50 Prozent aus anderen Geschäftsprozessen, die aktuell (vielleicht) im Entstehen sind. Als Gewerkschaft haben wir in den klassischen Stammgeschäften (Druck, Anzeigen, Vertrieb) der Zeitungsverlage eine differenzierte Stellung, spielen außerhalb des Drucks eher eine untergeordnete Rolle. In den, sagen wir einmal Neugeschäften, spielen wir gegenwärtig keine Rolle. Sollte das Bild mit den 50 Prozent in den nächsten zehn Jahren zu treffen, haben wir künftig ein Problem: Unser traditionellen Klientel nimmt ab, dass neue Klientel wird von uns eher gar nicht mehr erreicht, aber hier könnte das Kerngeschäft der Verlage künftig liegen. Worüber wollen wir tariflichen Regelungen durchsetzen, wenn nicht über unser Druckpotential, wenn nicht auf die Kerngeschäfte der Verleger?
Im Januar 2009 erklärt der Vorsitzende der SPD-Medienkommission, dass es einer Änderung im Pressefusionsrecht bedarf. In ver.di will das niemand kommentieren. Von oberste Stelle wird argumentiert, wir sind in einer Krise und es sei nötig, sich als Gewerkschaft zu der Krise der Printmedien zu verhalten. Den Verlegern muss durch staatliche Hilfe zur Seite gesprungen werden. Ziel wäre eine Förderung der gedruckten Medien, damit sie überleben. Weiterlesen →
Die regionale Abo-Zeitung, die Harburger Nachrichten und Anzeigen (HAN), soll zum 30. September 2013 eingestellt werden. Es handelt sich dabei um die älteste Zeitung Hamburgs. 32 Arbeitnehmer/innen sind von dieser Einstellungsentscheidung betroffen. Die Abo-Auflage der HAN lag im I. Quartal 2013 bei 10.965 verkauften Exemplare, im Einzelverkauf waren es 771. Man muss vermutlich auf die beiden Hauptgesellschafter Axel Springer und die Verlagsgruppe Madsack sehen. Weiterlesen →
Auf dem Treffen der Führungskräften der Mediengruppe DuMont Schauberg (MDS) Ende Mai 2013 wurde eine neue Führungsstruktur vorgestellt. Zum 1. Januar 2014 wird Dr. Christoph Bauer Vorstandsvorsitzende. Ab 1. Oktober 2013 wird er Vorstandsmitglied. Christian DuMont Schütte scheidet zum 1. Januar 2014 aus dem Vorstand aus und wird stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender. Der Aufsichtsrat bleibt als oberstes Kontrollgremium bestehen, Alfred Neven DuMont dessen Vorsitzender. An der Beherrschung der Mediengruppe DuMont Schauberg ändert sich nichts, die beiden Familien Neven DuMont und Schütte halten jeweils 50 Prozent der Anteile. Der Mediendienst meedia.de schreibt: „Damit holen sich die Kölner einen externen Manager ins Haus, der im Vorstand den Ton angeben soll, eine überfällige Entscheidung.“ Weiterlesen →
Bei der Übernahme der MOPO durch Mecom (2006-2008) entstand in einer frühen Phase die Erkenntnis, wenn wir unseren Widerstand organisieren wollen, wir wir auch ein Profil in der medialen Öffentlichkeit über den Vorstandsvorsitzenden, damals David Montgomery, mit prägen müssen. Dabei ging es im ein reales Abbild von uns auf der Basis der Gruppenstrategie, das finden der Punkte, wo er versuchte, groß zu täuschen (als schwäche in der Strategie) und unserer Erfahrungen im Umgang mit ihm. Uns kam die Ablehnung der Verleger-Meinung über ihm zu gute wie die durchaus sehr billige Kritik. Wir konnten das Bild nicht schaffen, aber (nicht billig) „bedienen“. Unser Fokus war unsere Belegschaft. Für die Positionierung zu Montgomery fand ich in bestimmten Interessenvertretungsstrukturen kein Verständnis. Sie kennen nur Schwarz-Weiß auf Basis von Unkenntnis.
Am 3. Mai 2013 trafen sich 150 Teilnehmer/innen vor der Hamburger Morgenpost, um die Wandskulptur zur Erinnerung an Zwangsarbeit der interessierten Öffentlichkeit zu Übergeben. Kulturstaatsrat Dr. Hill betonte die Bedeutung von Erinnerungsorten. Pastor Matthias Kaiser betonte die Wichtigkeit von Zivilcourage. Nils Hollmann von Hollmann Partner unterstricht ihre Bereitschaft, solche Initiative zu unterstützen. Ich verwies auf die Rolle von Betriebsräten in Gegenwart und Zukunft wie für die Vergangenheit bei den Arbeitsbedingungen hin, denen man sich nicht gleichgültig gegenüber verhalten darf. Weiterlesen →
Das Bundeskartellamt hat mit seiner Entscheidung den Übernahmeprozess der regionalen Zeitungstitel und überregionalen Zeitschriftentitel von Axel Springer durch die Funke Mediengruppe abgeschlossen. Was Hamburg betrifft: Die beiden Zeitungstitel Hamburger Abendblatt und Bergedorfer Zeitung gehören nach der Überweisung des Kaufpreises an Axel Springer zur Funke Mediengruppe. Damit tummelt sich ein neuer Akteur am Hamburger Zeitungsmarkt. Seit dem 2. April 2014 gibt es zusätzlich eine wöchentliche Ausgabe der ZEIT für Hamburg. Ein Produkt, dass zeigen die ersten Ausgaben, dass sich sehen lassen kann. Wir sind nicht der Adressat der ZEIT Hamburg, eher das Hamburger Abendblatt, dennoch sollte man die wachsende Auseinandersetzung im Marktanteile im Vertrieb, Anzeigen- und Online-Markt in der MOPO nicht unterschätzen.
Die Würfel sind gefallen, die FR wird an die FAZ verkauft. Als MOPO-Betriebsrat haben wir uns wiederholt zu diesem Vorgang geäußert, da wir uns nicht daran erinnern können, dass eine große Zeitungsgruppe den Weg der Insolvenz geht, um einen Titel zu veräußern. Wir haben nie einen Hehl aus unserer Meinung gemacht, dass man bei MDS seit Mitte letzten Jahres versucht hatte, die FR zu verkaufen.
Zum 1. März 2013 dürfte das Traditionsblatt an seinen bisherigen Konkurrenten, die FAZ gehen. Die Druckerei der FR wird im Laufe des 1. Halbjahrs 2013 komplett vom Markt verschwinden. Von den insgesamt 430 Beschäftigten werden aus der FR-Redaktion nur 30 Kollegen überleben. Die Übernahme bedarf noch der Zustimmung durch das Kartellamt. Der Antrag wurde am 30.01.2013 gestellt. Während für eine kleine Arbeitnehmergruppe eine Zukunft greifbar wird, bleibt den in der insolventen FR-Gesellschaft verbleibenden Beschäftigten des Druck- und Verlagshaus Frankfurt (DuV) der Weg in eine Transfergesellschaft.Weiterlesen →
Wir sind traurig über den Insolvenzantrag bei der Frankfurter Rundschau. Es gibt aber keinen Zusammenhang zwischen dem Insolvenzantrag der FR und der MOPO. Man hätte allerdings viel aus den Strategie- und Unternehmenskrisen der MOPO lernen können. Die FR ist seit über einem Jahrzehnt defizitär. Sie hat es nicht geschafft, sich aus der vorletzten Wirtschaftskrise 2001/2002 neu zu finden.
Mit dem Insolvenzantrag der Frankfurter Rundschau wird auch eine Debatte losgetreten, ob sich die Zeitungsbranche in einer Krise befindet und das jetzt die Zeit des Niedergangs der Printmedien beginnt 1. Es wird auf die Einstellung von Stadtmagazin „Prinz“ oder die angeschlagene Wirtschaftspresse von G+J und der FR verwiesen. Selbst Gewerkschaften sprechen von einer Zeitungs- und Medienkrise 2. Jede Form der sachlichen Betrachtung von realen Veränderungen wird bei dieser Benotung ausgeblendet. Wenn man sich die Prozesse nicht erklären kann, dann muss es eine Krise sein. Krise oder nicht Krise? Katastrophe ohne Alternative oder Veränderungsprozesse, denen man sich stellen kann für die Positionierung auch von Interessenvertretung kann es von Bedeutung sein. Weiterlesen →
Wir wollten in der öffentlichen Auseinandersetzung um die Insolvenz der FR unser eigene Haltung verdeutlichen. Unsere Infos erreichten nicht nur unsere Belegschaft, sondern kursierte auch an den anderen DuMont Standorten. In Frankfurt Betriebsrat herrschte bereits im Vorfeld ein vollständiges Chaos, keine Planung auf die verschiedenen Szenarien, trotz aller Bitten von uns. In der Kölner Interessenvertretung herrschte die Meinung vor, dass der Kauf der FR und des Berliner Verlages Schuld an dem Druck auf die Kölner Belegschaft sei. ver.di mauschalte sich ins Problem und von ihr konnte nichts kommen, auch nicht in der Lageeinschätzung.
Im Zeitungsmarkt geht es weiter dynamisch zu. Aktuell bildet sich eine nationale Vermarktung von sieben regionalen Zeitungsverlagen im überregionalen Anzeigenmarkt neben der bisherigen Ballungszentrum-Kombi (NBRZ) heraus. Die Gruppe nennt sich Arbeitsgemeinschaft Nationale Vermarktung (AGNV). Sie offeriert zum 1. Januar die Kombi „Das Beste von Deutschland„, mit der Werbungtreibende nach ihren Angaben mit einer Buchung jeden vierten Haushalt in Deutschland mit einem Nettoeinkommen ab 3.000 Euro erreichen können. Die beteiligten Zeitungen bieten eine Gesamtauflage von 5 Mio und eine Reichweitevon 15 Mio. Der AGNV gehören ACN, das Kölner Zeitungshaus M. DuMont Schauberg, Madsack, die Mediengruppe Pressedruck (Augsburg), die Verlagsgruppe Rhein Main (Mainz), die WAZ-Gruppe und die Zeitungsgruppe Stuttgart (gehört zur Süddeutschen Zeitungs-Gruppe).Weiterlesen →
Das Betriebverfassungsgesetz (BetrVG) feiert am 14.11.2012 seinen 60. Geburtstag. Aus Arbeitnehmersicht aber kein Grund zum feiern, denn den Beschäftigten, den gewählten Interessenvertretungen und Gewerkschaften hat es nach der Niederlage des Faschismus die notwendige Luft zur eigenständigen Interessenwahrnehmung und Gestaltung der Arbeitsbeziehungen genommen. Weiterlesen →
Der Hamburger ver.di-Vorstand hat sich auf seiner letzten Klausurtagung im September 2012 dafür ausgesprochen, dass man sich als Organisation nicht mehr an der Nominierung von Kandidaten für Parlamentswahlen bei der SPD beteiligt. Mündlich wurde von Verantwortlichen dazu erklärt, dass sich auch der DGB Hamburg entsprechend verhalten wird. Damit dürfte in Hamburg die so genannte Gewerkschaftsliste der SPD bei Wahlaufstellungen dieser Partei ihr Ende gefunden haben.
Klar hat sich der Vorstand dafür ausgesprochen, das Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter auf den Listen der politischen Parteien kandidieren sollten. Wenn auch nicht ausgesprochen: Heute sind viel zu wenig Gewerkschaftsmitglieder im Parlament. „Das heißt, ver.di-Hamburg nominiert zukünftig weder selbst noch über den DGB GewerkschafterInnen für Mandate von Parteien, verschließt sich aber nicht, wenn Parteien im gewerkschaftlichen Bereich um Kandidaten werben, die sich für die anfragende Partei engagieren bzw. für diese kandidieren wollen.“
ver.di Hamburg Debatte zur Gewerkschaftsliste der SPD beendet
Mit dem Beschluss ist ein Teil einer Debatte im Hamburger ver.di-Vorstand um ihre Verhältnis zur Sparpolitik beendet. Mein Ansatz, dass die Meinungsverschiedenheiten in dem Punkt „Hamburger Poliitk“ weniger mit der SPD oder Mandatsfrage zu tun hat, sondern ein Ausdruck unserer eigenen Schwäche ist, zu diesem Thema eine sinnvolle gewerkschaftliche Einordnung zu erarbeiten, will noch niemand aufgreifen. Hier bin ich mir aber sicher, dass diese Frage unserer gewerkschaftlichen Vorstellungen für eine soziale und demokratische Politik gegen die Politik von Sozial- und Personalabbau früher oder später zu einem zentrale Thema in diesem Bereich wird. Die vergangenen Streitereien in ver.di Hamburg haben, bei genauerer Betrachtung mehr damit zu tun, dass das gewerkschaftliche Verhältnis zur (Hamburger) Politik nicht besprochen worden ist, sondern man genau auf diese Debatte verzichtet hat. Ging es gegen den CDU/GAL-Senat bis 2011, dann war es einfach, gegen eine Sparpolitik und auf die Tonne zutreten. Mit dem Wahlsieg der SPD hatte sich die Ausgangslage für diesesw Vorgehen verändert. Zum anderen waren es einfach handwerkliche Schwäche, die zu Beziehungsverlastung geführt haben bzw. eben geführt worden sind. Es ist gut, dass man sich jetzt stärker an den Sachthemen ausrichtet, statt den Beziehungskonflikt zu bedienen.
Streit in der Sache führen, gibt Kräfte die aber auf Beziehungsstreit setzen
Es gab und gibt interessierte Kreise im DGB Hamburg, die die Debatte um die „Mandatsfrage“ versuchen zu instrumentalisieren, um strittigen Fragen der eigenen Strategue über den Beziehungsstreit einfach zu belasten. Gebetsmühlenartig haben sie den Vorgang um die stellvertretende ver.di-Landesbezirksleiterin bei ihrer Zustimmung zur Kürzung des Sozialhaushalts (in der Deputation) aufgebaut und irgendwelche Pappkameraden aufgebaut, um sich dann daran abzuarbeiten. Das Argument nach dem Glaubwürdigkeitsverlust in dieser Debatte und Auseinandersetzung in der Hamburger Politik wird von ihnen einfach ignoriert. Zu Recht hat ver.di Hamburg aber genau auf dieses Problem hingewiesen, wie man es dem Beschluss entnehmen kann: „Da Mitglieder beim Findungsprozess von Kompromissen im politischen Raum nicht einbezogen sind und auch kaum einbezogen sein können, stellt sich für die Organisation dabei immer auch die Glaubwürdigkeitsfrage, denn dadurch entsteht bei Mitgliedern der Eindruck, dass gewerkschaftliche Forderungen nur halbherzig vertreten oder diese Positionen „ohne Not gegenüber der Politik geopfert werden.“
Lösungsansatz kam aus ver.di Fachbereich Medien
Bezeichnend ist, dass gerade der Lösungsansatz meines ver.di Fachbereichs Medien, Kunst und Industrie sich mehrheitlich durchgesetzt hat. In einem Antrag an den Vorstand hatten wir die Lostrennung von dem Gewerkschaftsmandat der SPD gefordert. Bereits auf der außerordentlichen ver.di-Landesbezirkskonferenz zur Neuwahl eines Landesbezirksleiters Mitte Juni 2012 hatten alle Redner auf diesen Antrag hingewiesen und damit die Hoffnung verbunden, dass man weiter darüber spricht und im Herbst eine Lösung sucht. Bewusst habe ich in meinem Redebeitrag auch davon gesprochen, dass der Lösungsansatz zur „Mandatsfrage“ von unserem Fachbereich ausgeht, trotz aller Angriffe darauf – und auf meine Person. Die Debatte, so meine weitere Ansatz, um unser Verhältnis zur Sparpolitik bzw. Schuldenbremse und unserer Alternativen wird weiter zuführen sein, da in diesen Fragen, aber auch am Beispiel Hartz IV, Leiharbeit, Flexibisierung der Arbeitszeit u.a. die Differenzen von ver.di zur SPD sehr groß sind. Die für mich erkennabre Absicht, durch Billigkeit und Instrumentalisierung von falschen Fakten, einen Beziehungskonflikt zu provozieren, ist nicht aufgegangen. Das ist sehr befriedigend.
Beschluss hat nur nach innen von Bedeutung
Der Beschluss von ver.di Hamburg hat mehr eine Bedeutung nach innen, denn nach außen. Es wird in hauptamtlichen Kreisen darüber spekuliert, dass dieser Beschluss zum Thema der Hamburger Medien wird. Aber selbst das ist eine Fehleinschätzung des Interesse an diesem Thema. Es sagt vielleicht etwas über die Beteilgiten an der internen Debatte aus.
Ein Problem erledigt, ein neues angefaßt – ohne ein ernsthaftes Problem
Am Ende der Vorstandsdebatte gab es dann doch nur eine knappe Mehrheit für diesen Beschluss, da hier auch ein neues Thema aufgemacht wurde, dass der Bündnispolitik.“Hinsichtlich von möglichen öffentlichen Bündniserklärungen bestehen derzeit in ver.di-Hamburg keinerlei Transparenzregelungen für die beteiligten ver.di-Gliederungen. Um zu gewährleisten, dass verantwortliche Funktionsträger nicht über die Medien erfahren, welche ver.di-Gliederung welche Bündniserklärung abgegeben hat, benötigen wir transparente Regelungen.“ Hier war der Streitpunkt, das man Sachen, die im inneren der Informationsarbeit der Hauptamtlichen Strukturen erst einmal auf ihre Kerngehalt prüfen muss. Wenn es nur darum geht. wie man sich informiert, muss sich nicht als ehrenamtlicher Vorstand damit beschäftigten – vor allem, wenn es keinen erkennbaren Streitpunkt außerhalb der internen Informationspraxis gibt. Man wird sehen, ob und wenn ja, welche Auseinandersetzungen geführt werden. Ich denke, dieses Fass der Bündnisearbeit aus dem Bauch aufzumachen, bei dem man noch nicht einmal das wirkliche Problem beschreibt, wird nicht zur Stärkung der Sachdebatte führen. Daran sollte man aber Interesse haben.
Mit Blick auf die Besuche auf verdi.de oder den anderen Internet-Auftritten von ver.di über die eigene Domain kann sich die Gewerkschaft mehr als sehen lassen. Es dürften über eine Million im Monat sein. Zu Zeiten der Tarifauseinandersetzungen gehen die spezifischen Web-Seiten enorm nach oben, teilweise verzehnfachen sie sich. Um so unbefriedigender ist es, dass von den ver.di-Verantwortlichen diesem Teil nur eine eingeschränkte Aufmerksamkeit gewidmet wird. Es gibt Regionen in ver.di, da werden der Internet-Auftritt fremdvergeben, statt es in eigene Regie zu übernehmen, statt eine eigene Kommunikationsstrategie zu verfolgen. Wo das die Verleger machen, argumentieren wir als Gewerkschafter in Betrieben, dass damit der Marke nicht gerecht wird und das man es aus Kostengründen fremdvergibt. Ich kann mir gut vorstellen, das die Ebenen Verantwortlichen noch nicht einmal wissen, dass sie auf ihren Seiten tausende Besuche haben und was die Besucherinnen und Besucher interessiert.
Der Hamburger ver.di-Vorstand hat sich auf seiner letzten Klausurtagung September 2012 dafür ausgesprochen, dass man sich als Organisation nicht mehr an der Nominierung von Kandidaten für Parlamentswahlen bei der SPD beteiligt. „Das heißt, ver.di-Hamburg nominiert zukünftig weder selbst noch über den DGB GewerkschafterInnen für Mandate von Parteien, verschließt sich aber nicht, wenn Parteien im gewerkschaftlichen Bereich um Kandidaten werben, die sich für die anfragende Partei engagieren bzw. für diese kandidieren wollen.“ Mündlich wurde von Verantwortlichen dazu erklärt, dass sich auch der DGB Hamburg entsprechend verhalten wird. Weiterlesen →
Zum 29.09.2012 wird die Abendzeitung Nürnberg eingestellt. 35 Arbeitnehmer verlieren ihren Job. Damit kommt es nach 1996 („Mitteldeutscher Express“ in Halle) zum ersten Mal zur Einstellung eines eigenständigen Boulevard-Titels. Davor war es 1986 die „Nachtausgabe“ in Frankfurt 1986. Die nun betroffene Abendzeitung Nürnberg hatte II/2012 einen „harten Verkauf“ (Einzelverkauf und Abo) von 11.559 Exemplaren (ohne Bordexemplare und sonstiger Verkauf). Sie ist eine eigenständige Zeitung – allerdings erst seit Februar 2010. Zuvor war sie eine Regionalausgabe der „Abendzeitung“ mit deren beiden Standorten München und Nürnberg. Anfang 2010 hatte der Telefonbuchverlager Gunther Oschmann dann die Nürnberger Ausgabe von der Abendzeitung (München) übernommen. Beide Ausgaben, München und Nürnberg, schrieben zu dieser Zeit einen Verlust von fast 10 Mio. Euro.
Die Äußerungen vom Vorstandsmitglied der Mediengruppe M. DuMont Schauberg (MDS), Franz Sommerfeld, zur Zukunft der Frankfurter Rundschau in der FTD Mitte Juni 2012 haben zu heftigen Reaktionen auf der dd_vg Bilanzpresse-Konferenz, der SPD Medienbeteiligung, geführt. Sommerfeld hatte den FR-Verkauf als eine Option dargestellt. ver.di Hessen sieht in dieser Gesellschaftererklärung eine Schwächung der Marke FR, so der Tenor der Erklärung. Zwischenzeitlich hat sich MDS um Beruhigung bemüht und erklärt, das man nicht die Absicht verfolge, die FR zu verkaufen.