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Holger Artus

17. Juni 2012
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ver.di Hamburg – Chancen und Risiken

Am 15.06.2012 wurde Wolfgang Abel zum ver.di-Landesbezirksleiter Hamburg gewählt. 73 % der Delegierten stimmten für ihn, was dem Ergebnis von Wolfgang Rose, seinem Vorgänger, auf der letzten Konferenz 2011 entsprach. Es wurde eine Resolution zur Stadtpolitik angenommen, die ver.di wie bisher klar gegen eine unsoziale Senatspolitik positioniert, die davon spricht, dass man die Gegenwehr gegen den kommenden Doppelhaushalt im Bündnis mit anderen sozialen Bewegungen organisiert. Einstimmig wurden die Kürzungen im Hamburger Sozialhaushalt abgelehnt, was ver.dis Ansehen in der Bewegung gegen diese Kürzungen wieder verbessern dürfte nach dem jüngsten Konflikt um die Zustimmung eines verdi-Führungsmitglieds in der Deputation der Sozialbehörde – als SPD-Vertreterin. Die Alternativen wurde auch formuliert: Es bedarf einer anderen Steuerpolitik, also mehr Einnahmen und eine andere Ausrichtung der Haushaltspolitik.

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13. Juni 2012
nach Holger Artus
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Wir brauchen keine Kündigungen – das falsche Zeichen in die Mannschaft!

Das Stadtbüro der MOPO in der Rathausstraße soll aufgelöst werden. Den drei Kolleginnen soll betriebsbedingt gekündigt werden. Künftig soll das Geschäft von einem externen Dienstleister abgewickelt werden. Der Betriebsrat: Wir sind empört über Herz- und Respektlosigkeit  gegen über deren Jahren-MOPO. Für die drei Arbeitnehmerinnen müssen in der Griegstraße beschäftigt werden. Wir wollen keine betriebsbedingte Kündigung.

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10. Juni 2012
nach Holger Artus
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Wie sich selber bestimmen?

Die Hamburger Medien haben das Abstimmverhalten der Deputierten der Sozialbehärde, Angelika Detsch, aufgespießt. Die hatte für den Haushalt des Senats gestimmt und damit u.a.für die Streichungsplanungen in der offenen Jugendarbeit oder Personal in Millionenhöhe gestimmt. Angelika Detsch ist stellvertretende ver.di-Vorsitzende in Hamburg. In der MOPO sagt sie, das ihr die Zustimmung zur Kürzungen in der offenen Jugendarbeit schwergefallen ist.  Es sei in ihren Augen richtig, z.B. bei den Bauspielplätze zu kürzen (keine Angebote mehr vorzuhalten), da durch den parallelen Ausbau in den Kitas und Schulen diese Angebote nicht mehr unterstützt werden sollten (nicht mehr angesteuert werden).

Auf der ver.di Landesbezirkskonferenz Hamburg am 15.06. hat sie sich entschuldig, wenn durch ihre Äußerungen an Eindruck entstanden sei, sie hätte für ver.di abgestimmt. Sie habe für die SPD gehandelt. Wie bereits vorher vom Vorstand auf meine Initiative hin beschlossen, findet im September 2012 eine grundsätzliche Debatte über das Verhältnis von Gewerkschafts- und Abgeordnetenmandat statt. Bei der Debatte geht es aber in erster Linie um eine Kursbestimmung der Hamburger Gewerkschaften unter Krisenbedingungen. Bis 2011 war es leicht eine Strategie zu haben, man war einfach Opposition und organisierte sich – bildlich – über das „gegen Regierungspolitik. Heute, unter den Folgen der Großen Krise und den Schuldenproblem, muss man mehr als nur dagegen sein, um die Gegenkräfte zu organisieren.

SPD und ver.di sind nicht das gleiche

Angelika Detsch ist stellvertretende ver.di-Landesbezirksleiterin in Hamburg, wurde aber auf Vorschlag des DBGs über die SPD von der Hamburgischen Bürgerschaft in die Deputation der Hamburger Sozialbehörde gewählt. Sie ist nicht Mitglied der Bürgerschaft und entscheidet nicht über Gesetze, es geht vielmehr um die Kontrolle der entsprechenden Landesbehörde und der Mitwirkung an der Verwaltung. Die Deputation ist eine Art “Bürger-Gremiumâ€. Wählbar zum Deputierten ist jeder Bürger Hamburgs, unabhängig von der Mitgliedschaft in einer Partei. Jede Behörde in Hamburg hat eine Deputation, die aus 15 Mitgliedern besteht. § 56 der Hamburgischen Verfassung:  “Das Volk ist zur Mitwirkung an der Verwaltung berufen.â€

Detsch wurde nicht von ver.di für die Deputation als SPD-Vertreterin vorgeschlagen, es gab keine Beschluss, sie zu unterstützen noch war es Thema einer Vorstandsdebatte in ver.di, das gilt auch für die andern gewerkschaftlichorientierten Deputierten aus den Hauptamtlichen Reihen von ver.di Hamburg. Ein Versuch dieser Art hätte eine Debatte ausgelöst und wäre vermutlich gescheitert. Es sind unterschiedliche Veranstaltungen, die man trennen muss. Die politischen Parteien haben einen Verantwortung für eine demokratischen Willensbildung. In ihnen zu wirken, ob in der Partei selber oder für sie in Parlamenten ist ein wichtiges Gut. Schaut man auf die soziale Zusammensetzung der Parlamente, so wird man schnell feststellen, dass hier nicht das Volk, sondern eine privilegierte Gruppe im Parlament vertreten ist, die z.B. Hartz IV beschließen konnten, weil sie nicht davon betroffen sind. Bei der Deputation handelt es sich aber nicht um ein Parlamentsmandat, dass Parlament kann die Entscheidung der Deputation „überstimmen“. Politisch-moralisch, da es nicht um die Beschlussfassung des Haushalts als Gesetz ging, kann man schon erwarten, dass die Deputierten sich weniger an Parteizwängen ausrichten.

Die Äußerung, das wo ver.di draufsteht, nicht immer ver.di drin ist, war alles andere als in Ordnung. Sie ignorierte die gewerkschaftliche Diskussion und Haltung des Vorstandes zu dieser Frage. Es hat im Hamburger ver.di-Vorstand sehr wohl eine Debatte um den kommenden Doppelhaushalt 2013/2014 gegeben und es gab eine ablehnende Haltung zur Sparpolitik des Senats. Zur Vorstandssitzung im Mai 2012 gab es zwei Anträge. Der eine beschäftigte sich mit keinem Wort mit der angekündigte Sparmaßnahmen des Senats, der andere stellte den Zusammenhang von Absage an einen Sparhaushalt und Zusammenarbeit mit den sozialpolitischen Bewegungen in den Mittelpunkt. Diese Position der Ablehnung von Sparmaßnahmen wurde von allen Redner/innen übernommen und fand ihren Niederschlag später im Beschluss der Landesbezirkskonferenz am 15.06. Diese Vorstandsdebatte um den Entwurf des Antrags kann und dürfte man nicht ignorieren, so tun, als ob es in ver.di unterschiedliche Positionen gebe. Auf der ver.di-Landesbezirkskonferenz am 15.06.2012 wurde zusätzlich ein Beschluss gefasst, die strittigen Haushaltskürzungen für die Sozialbehörde abzulehnen.

Die Glaubwürdigkeit von ver.di und deren Rolle im Bündnis mit anderen sozialen Bewegungen gegen die Sparpolitik des Senats leidet darunter. Die Legitimität der Forderungen von ver.di gegen einen Sparhaushalt werden in Frage gestellt. Bereits in der Vergangenheit hat die Glaubwürdigkeit von ver.di durch die Zustimmung von Wolfgang Rose zum Sparhaushalt 2011/2012 oder für die Unterstützung der Beamtengehälterkürzungen 2011 gelitten. Er ist ver.di-Landesbezirksleiter in Hamburg. “Auf der Straße die Fresse aufreißen, aber nicht genügend Arsch in der Hose, sich in der Bürgerschaft dagegen zu stellen, warf mir ein Mitdemonstrant im Mai 2011 vor. Mein Argument: Wolfgang Rose ist nicht von ver.di vorgeschlagen worden, er ist für die SPD in der Bürgerschaft und im Rahmen der Wahlen ins Parlament gekommen. ver.di hat ihn weder gewählt noch vorgeschlagen.

Der Versuch führender Hamburger Gewerkschaftsfunktionäre, das Abstimmverhalten in der Deputation als Pressekampagne darzustellen, ist billig. Es war gut, dass die Presse, ob taz, Welt/Welt Kompakt oder MOPO dieses Verhalten aufgegriffen und dabei auf die ver.di-Funktion von Angelika Detsch als stellvertretende Landesleiterin in Hamburg hingewiesen haben. Vor allem war es Herbert Schalthoff, der das Thema in seinem Thread auf Facebook thematisierte und damit die Debatte wie die Berichterstattung losgetreten und verfolgt hatte. Die Presseschelte in diesem Zusammenhang zu den “eigenen Themen†signalisiert ein instrumentalisiertes Presseverständnis, was sich mit keiner gewerkschaftlichen Position deckt.

Die Kritikpunkte an dem Deputationsverhalten ist vor allem, dass damit die Ernsthaftigkeit des gewerkschaftlichen Engagement gegen eine Sparpolitik des Senats in Frage gestellt wird. Wer auf den Demos gegen die Reduzierung der Beamtenbesoldung durch die Hamburgische Bürgerschaft beteiligt war, der könnte das Klima mitnehmen, wie enttäuscht man über das Verhalten der Hamburger ver.di-Spitze war, wo es aber um ein SPD-Mandat in der Hamburgischen Bürgerschaft ging. Glaubwürdigkeit der gewerkschaftlichen Positionen ist aber ein zentrales Gut im Bereich der politischen Tätigkeit von ver.di, von der es mit abhängt, ob sich Menschen in und mit ver.di engagieren.

Im ver.di Landesbezirksvorstand hat man im Frühjahr sich darauf verständigt, die Debatte um das Verhältnis hauptamtliches Gewerkschaftsamt und Parlamentsmandat im Herbst zu besprechen. Der Antrag, dass die SPD künftig bei der Aufstellung ihrer Liste auf eine so genannte DGB-Vertretung verzichtet, wurde von vielen als richtig und sinnvoll angesehen, die Debatte aber auf nach die Neuwahl eines Landesbezirksleiters für ver.di Hamburg Mittel Juni zu verschieben. Ein Beschluss von ver.di Hamburg, dass gewählte Mandatsträger (Landesbezirksleitung) nicht für das Parlament kandidieren, scheint mir der klarere Weg. Aber am Ende geht es um die Debatte, die Meinungsbildung und Klärung um die hier im Zusammenhang stehenden.

Warum gibt es eigentlich diese Debatte?

In erster Linie geht es um die Unabhängigkeit von ver.di von politischen Parteien, in erster Linie natürlich um das Verhältnis zur Hamburger SPD – insbesondere, seit dem sie Regierungspartei in Hamburg ist. Zu Zeiten der CDU-GAL Regierung in Hamburg war es leicht, deRen Politik zu kritisieren. Schaut man sich auf der Web-Seite von ver.di Hamburg um, so wird man unter dem Thema Sparpolitik vieles finden, was man heute noch unterschreiben kann. Seit dem Antritt der SPD-Regierung gibt es das auftretende Problem, dass sich ver.di nicht in Opposition zum Senat bringen wollte bzw. es ginge vielmehr um die unterstellte Absicht, das es dieses Bestreben gäbe. Schaut man noch eine Lage tiefer, so wird das Problem sichtbar, dass man keine eigenen Kriterien für eine andere Regierungskonstallation hat. Auf dieser Basis kommt es zu Streitereien bei einzelnen Punkten. Was fehlt, ist ein Konzept, dass sich am Alltag orientiert und Kräfte sammelt für eine andere Politik, auch in Hamburg, so das Arbeitnehmer/innen-Interessen realisiert werden. Die Punkte sind schnell geschrieben, Mindestlohn, weg mit der Leiharbeit, Hartz IV verändern etc. Verlässt aber dieser abstrakte Teil das Reich der allgemeinen Forderungen, so erlebt man, dass im Hamburger Alltag die Probleme für Arbeitnehmer/innen groß sind. Der Senat hat die Schuldenbremse in der Verfassung verankert, ein andere Kurs ist nur über eine große Koalition möglich. Ver.di ist gegen die Schuldenbremse und ihre Verankerung in der Verfassung. Ver.di engagiert sich gegen Personalabbau, aber die Etatbeschlüsse werden in diese Richtung gehen. Bei dieser Umsetzung, der allgemeinen Positionen und der Unterstützung von Bewegungen, kommt es zu Problemen, da man selber keine Debatte über Alternativen und deren Umsetzung in ein eigenes Konzept hat. Wie kann eine Formierung von Gegenkräfte für eine Bewegung für eine Neue Politik aussehen, die dann wieder nur abstrakt greifen wird?

Mit Blick auf die Positionen von ver.di kann man diese verkürzt so darstellen: keine Schuldenbremse, sondern Investitionen in Beschäftigung und Wachstum, Rekommunalisierung zum Beschäftigtenumbau und Stärkung der öffentlichen Hand, keine Privatisierung öffentlichen Eigentums, umfassende Regulierung des Bankenystem, Stärkung der privaten Nachfrage durch Gehaltserhöhung, gesetzlicher Mindestlohn u.a.m. Wie manipulativ sich interessierte Kreise von ver.di Hamburg in der Absicht, nicht zur Opposition zum Senat zu gekommen, positioniert haben, würde an dem Thema Schuldenbremse sichtbar. Statt das man die beschlossene Position der Ablehnung der Schuldenbremse – auch in Hamburg – verdeutlicht, wird in einer Presseerklärung anlässlich des Beschluss zur übernahme diese Bremse in die Hamburgische Verfassung, mit keinem Wort die Grundposition deutlich und sogar der Eindruck erweckt, der Senat engagiere sich gegen eine Schuldenbremse. In der Diskussion zu Streichungen bei denden 1-Euro-Jobs, zur Beamtenbesoldung gab es in der Vorstandsdiskussion oder Mindestlöhne gab es im Vorstand klar ablehnende Haltungen, aber in der Außenkommunikation gab es mißverständliche oder eine gegenteilige Kommunikation. In den jeweiligen Trägerkreisen gab es Irritationen über das Verhalten der „DGB-Vertretung in der Bürgerschaft“. Man kann eben nicht beides sein: Gewerkschaftsvertreter im Parlament und dann gegen die eigene Linie stimmen. Der berechtigte Hinweis, man habe als SPDler abgestimmt, ist nachvollziehbar, aber dann darf man auch nicht mit dem DGB-Mandat argumentieren bzw. sich die Argumentation so zu Recht legen, wie sie einem passt. Auch das man unsere gewerkschaftliche Haltung nicht glaubwürdiger.

Interessierte Kreise verbreiten die Mär, dass man bei einer Trennung von Gewerkschaftsamt und Parlamentsmandat die Arbeitnehmervertretung schwächt. Es wird der Pappkamerad aufgebaut, wer das DBG Mandat nicht will, der will keine Gewerkschafter im Parlament. Das ist ebenfalls und billig, weil den Kreisen natürlich klar ist, dass es genau die Haltung ist, dass es mehr Gewerkschafter im Parlament bedarf. Dort sitzen viele zu viele Rechtsanwälte, Selbstständige oder Bundeswehrangehörige. Es gab sehr wohl ver.di Mitglieder, die zB gegen eine Übernahme der Schuldenbremse in die Hamburgische Verfassung gestimmt haben. Oder beim Vergabegesetz nicht für eine Prüfung gestimmt haben, sondern für die Verankerung des Mindestlohns gestimmt haben, so wie es die Wahlprüfsteine des DGBs gefördert hatten.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Gewerkschafterliste der SPD in Hamburg nicht gerade eine fortschrittliche Tradition hat, sondern eher zu den sehr schlechten Kapitel des Arbeiterbewegung in Deutschland gehörte. Nach dem Verbot der SPD gab es Abgeordnete, die ihre Mandate behalten wollten und mit den Nazis paktierten.

Warum soll sich ver.di überhaupt an der Hamburg Politik beteiligen?

Das Kerngeschäft ist die primäre Verteilung der Einkommen, also zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Dies erfolgt über Tairverhandlungen. Aber auch die sekundäre Verteilung spielt für Arbeitnehmer/innen eine bedeutsame Rolle. Was im Unternehmen nicht an die Beschäftigten verteilt wird, teilen sich diverse Couponschneider, heißen sie nun Bank oder Immobilieneigentümer. Ein weiterer im Bunde ist der Staat über die Erhebung der Steuern bzw. Sozialabgaben. Was der Staat über Steuern einnimmt bzw. verteilt.

Die Frage nach der eigenen Strategie ist kompliziert, weil es hierüber kaum eine entwickelte Debatte geschweige den Strategie in Hamburg gibt. Diese Debatte mit den sozialen Bewegungen anzuschieben, ist eine der großen Herausforderungen der Debatte um ihr Verhä’tnis zum Abgeordnetenmandat. So wie im wirklichen Leben, reden wir nicht nur darüber, was wir wollen oder fördern, in den praktischen Bewegungen treten wir für unser Gerede ein, stehen zu unserem Wort. Insofern kann es keine isolierte Debatte um das Verhältnis zum Parlament gehen, sondern um unseren gewerkschaftlichen Beitrag für eine demokratische und soziale Wende in der (Hamburger Politik). Das ist keine Frage nur der Debatte, sie ist eine Frage der praktischen Politik, in der wir als engagierte Gewerkschafter stecken.

1. Juni 2012
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Was bewegt sich in der nächsten Tarifrunde in der Papierverarbeitung 2012!

Mit den Lohnabschlüssen von ver.di für den öffentlichen Dienst mit 6,3 Prozent bei einer Laufzeit von 19 Monaten oder der IGM für die Metall- und Elektroindustrie von 4,3 Prozent mit einer Laufzeit von 13 Monaten und weiteren qualitativen Tarifregelungen sind Maßstäbe für Tarifabschlüsse gesetzt. In der kommenden Lohnrunde in der Papierverarbeitung ab dem 1. August 2012 wird es schwer sein, auch nur in den Bereich dieser Abschlüsse zu kommen. Maßstab dürfte vielmehr sein, das ver.di deutlich machen kann, das sie wieder über Gestaltungsmacht in diesem Bereich nach Innen und nach Außen verfügt. Weiterlesen →

10. Mai 2012
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Hamburger Schuldenbremse erfordert eine Haltung

Die Hamburgische Bürgerschaft hat die Schuldenbremse in der Verfassung der Hansestadt verankert. Die Gewerkschaftsbewegung ist gegen diese Strategie der Schuldenbremse, weil es faktisch einer weiteren „Entstaatlichung“ gleich kommt, die Rolle des Staates schwächt. Neben der Primärverteilung über das Verhältnis Lohn und Gewinn, der Sekundärverteilung über die öffentlichen Haushalte und deren Verwendung für Sozialeinkommen u.a., geht es hier auch um die grundlegende Rolle des Staates mit seinen Steuerungsinstrumenten für die Arbeitnehmer und Sozialeinkommenbezieher.

ver.di Hamburg tritt dafür ein, dass von der Hamburgischen Bürgerschaft eine Initiative in den Bundesrat eingebracht wird, um die Schuldenbremse aus dem Grundgesetz zu streichen. Wenn jetzt die Bürgerschaft die Schuldenbremse in die Verfassung verankert, dann ist dies auch eine politische Demonstration, wie man glaubt, Staatsschulden, hier die des Hamburger Haushalts: Kürzung von Ausgaben und Abbau von Arbeitsplätzen. Als Gewerkschafter wenden wir uns dagegen, dass die Schuldenbremse in die Hamburger Verfassung übernommen werden soll. Auch wenn wir aus grundsätzlichen Erwägungen gegen die Inhalte der Schuldenbremse sind, so hat die Hamburgische Bürgerschaft z.B. die Alternative, die Änderung der Landeshaushaltsordnung zu übernehmen. Der Unterschied im politischen Bereich: Eine Verfassungsänderung bedarf einer 2/3 Mehrheit, die Landeshaushaltsordnung nur eine absolute Mehrheit.

Eine Politik, die durch Umverteilung von unten nach oben, durch Steuerentlastungen für die Unternehmen Milliarden an Einnahmen verschenkt hat, ist nicht der richtige Kurs zur Haushaltskonsolidierung. Schließlich entgingen Bund, Ländern und Gemeinden seit den Steuerreformen von 2001 jährlich über 50 Milliarden Euro. Gelder, die für Investitionen in das Bildungssystem, Krankenhäuser und die öffentliche Daseinsvorsorge dringend gebraucht würden. Die Politik nutzt die Staatsschuldenkrise für eine neue Offensive neoliberaler Politik. Sie blasen zum Angriff auf die sozialen Errungenschaften der Europäischen Arbeiterbewegung. Berthold Huber hat auf der 1. Mai-Kundgebung in Hamburg 2012 zu Recht darauf verwiesen, dass diese Praxis gegen die bestehenden europäischen Verträge verstößt, die die Tarifpolitik den nationalen Tarifpartnern zugeordnet haben, wie es der Lissaboner Vertrag festgeschrieben hat. Wer genauer auf die Entwicklung um das Thema Schuldenbremse schaut, muss feststellen, dass es mit dem ESM-Paket bzw. Fiskalpakt der Euro-Staaten auch um den Abbau der Demokratie in den Staaten geht.

Auch vor diesem Hintergrund muss man eine politische Korrektur in der Republik vornehmen. Die Verankerung der Schuldenbremse in die Hamburgische Verfassung ist der Auftakt für einen Sparhaushalt, der 2013/2014 erhebliche Belastungen für die Hamburgerinnen und Hamburger bedeuten sein. Die zivilgesellschaftlichen Strukturen in Hamburg sind jetzt und andere werden mit dem Doppelhaushalt künftig von der Sparpolitik betroffen werden. ver.di steht nicht für eine Sparpolitik zu Lasten der schwachen Menschen. Dass die Stadt Hamburg über ihre Verhältnisse gelebt ist, ist Unsinn. In den Kernaufgaben ist Hamburg schon lange unterfinanziert: Das gilt für den sozialen Wohnungsbau, für die Instandhaltung der Schulen, für Schwimmhallen u.a.m. Das gilt für die Sozialen Dienste, wo sich viel zu wenige Mitarbeiter um immer mehr Fälle, vor allem vernachlässigte Kinder, kümmern müssen. Das gilt für die Arbeitsförderung von Langzeitarbeitslosen wie für die bürgernahe Verwaltung, die längst nicht mehr „aufgeplustert“ ist: In 15 Jahren wurde in den Bezirksämtern fast jede dritte Stelle gestrichen. Wer ein solidarisches und soziales Gemeinwesen will, der muss eine gerechte und ökonomisch vernünftige Verteilung durchsetzen. Die 44 reichsten Hamburger verfügen über ein Vermögen von rund 44 Milliarden Euro. Diese Summe übersteigt den gesamten Haushalt der Stadt um das Vierfache.

Wer im Etat des Gemeinwesens streicht und kürzt, die hohen Privatvermögen aber schont, der macht nicht nur dieses Missverhältnis immer größer – sondern auch die Probleme der ganzen Stadt. ver.di hat die öffentlichen Dienstleistungen und den aktiven Sozialstaat zu einem Arbeitsschwerpunkt der kommenden Jahre erklärt. Schließlich liegt darin ein zentraler Hebel für eine gerechtere gesellschaftliche Entwicklung. Die Interessen der Bürgerinnen und Bürger müssen wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. ver.di fordert eine ausreichende Personalausstattung des öffentlichen Dienstes sowie transparente und demokratische Strukturen in den kommunalen Betrieben im Interesse des Gemeinwohls.

Hamburg, den 9. Mai 2012

5. Mai 2012
nach Holger Artus
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Der Tarifticker (bei der IG Metall) – Vor 15 Jahren noch verpöhnt als gewerkschaftliches Angebot

In der Tarifrunde 2012 bietet die IG Metall auf ihrer Web-Seite einen Tarifticker an. Er soll einen schnellen Überblick über das Geschehen bieten. Zusätzlich wird Facebook für die Mobilisierung zur Tarifauseinandersetzung genutzt und Flickr für die Fotos. Bereits in der Tarifrunde im öffentlichen Dienst 2012 wurde von ver.di Facebook als eine Instrument der virtuellen Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt.  Das man heute Ticker einsetzt, ist sicher auch ein Ergebnis der Arbeit der großen Nachrichtenportale im Internet mit ihren so genannten „Liveticker“. Sie demonstrieren, wie Berichterstattung, Meldungsüberblick, Kommentare, Zusammenhänge und das aktuelle Geschehen mit einem Blick angeboten werden kann. Die Öffentlichkeitsarbeit zu Tarifrunden im Web mit den verschiedenen Werkzeugen hat sich endgütig durchgesetzt. Die Einzelgewerkschaften haben in den Tarifrunden unterschiedlichen Vorgehensweisen, so wie sie sich organisieren und den grundsätzlichen Ansatz ihrer Tarifpolitik bewerten, so wird auch die Web-Öffentlichkeitsarbeit gestaltet.

Das jetzige gesamte Webangebot der IG Metall zur Tarifrunde 2012 demonstriert die Wichtigkeit dieser Arbeit und die Arbeit damit. Die Web-Seiten der IG Metall greifen vorbildlich fast jedes Stichwort zur Tarifrunde 2012 auf, nicht so moralisch und umständlich wie es ver.di gemacht hatte. Sie war mehr auf eine Kampagne ausgerichtet hatte, denn an einem Arbeitskampf.

1999: Usenet als erste Form des Livetickers zum Arbeitskampf

Der erste Aufschlag in der IG Medien und später im ver.di-Fachbereich Medien, Kunst und Industrie mit einer Liveberichterstattung zu einer Tarifauseinandersetzung nutzte die damaligen Werkzeuge, wurde aber von den Verantwortlichen in der Gewerkschaftszentrale bekämpft. Am Ende konnten sie es nicht aufhalten, auch wenn sie sich alle Mühe gaben, ihre “verschlossene†Kultur auch im Web zu praktizieren.1998/1999 nutzten wir damals erstmalig das Usenet, um Morgens und Abends über den Stand beim Streik der Sächsischen Zeitung in Dresden zu informieren. Morgens gab es den Überblick über die Planungen für das kommende Geschehen, Abends den Rückblick über das geleistete und kleine Bewertungen. Wir hielten es rund zwei Wochen durch und bewarben die Adresse auf Flugblätter. Aus den Reaktionen wussten wir, dass wir den interessierten Gewerkschafter- und betriebliche Trägerkreis erreichten. Aber auch andere, die die Usenet-Adresse (de.soc.arbeit) abonniert hatten, konnten sich informieren. Dies war unser erster Liveticker, nicht gewollt vom IG Medien Hauptvorstand. Die glaubten, das alleinige Publikationsrecht zu haben. Doch das Netz der Möglichkeiten hatte die kleine Welt bereits verändert. Es war einfach, etwas anzubieten, wir hatten uns das Image verschafft, demokratisch mit den Nachrichtenkanälen umzugehen. Während die IG Medien-Hauptamtlichen versuchten, einen geschlossenen Nachrichtenkanal aufzubauen, nutzen wir ab 1995 das Comlink-Netz zur Information und Vernetzung gewerkschaftlicher Aktiver, traten offen und nicht versteckt auf.

Der erste Newsticker als Java-Script zu einer Tarifauseinandersetzung wurde 2003 eingesetzt

2003 boten wir zur Tarifrunde in der Druckindustrie einen kleinen Newsticker zur Kommentierung des damaligen Ergebnisses an. Während der Tarifrunde hatten wir einen Newsletter mit über 1.300 Abonnenten/innen im Einsatz, um kontinuierlich zu informieren. Im Apparat wurde auf das Tariftelefon und das gedruckte Flugblatt gesetzt, das Tage nach dem Geschehen zentral versandt wurde und viel zu spät die betrieblichen Träger erreichte. 2004 und 2005 boten wir einen Newsticker an, der damals den Durchbruch wie den Abbruch dieses Instrumentes bedeute. Über diesen Newsticker organisierten wir in Hamburg sogar eine Demonstration, sprich hier fing die Abstimmung über eine öffentliche Demo statt, die dann praktisch umgesetzt wurde. Die Mitglieder nutzen es, um nicht nur über das Tarifgeschehen zu informieren, sie nutzen es auch als Medium, um uns ihre Meinung zu sagen, manchmal auch zu geigen. Ich habe Tag und Nacht hunderte Kommentare gelesen und versucht, für eine saubere Debatte gesorgt. Die Zugriffe auf diese Texte gingen in die 100.000. Der Führung passte es nicht, dass hier anonym gesagt wurde, was man meinte oder sich einen Spaß machte, anderen auf die Schippe zu nehmen. Sie verstehen bis heute nicht, dass Dampf ablassen kein Problem ist. Das Problem ist, das man dieses “Dampf ablassen†einfach ignoriert, statt es aufzugreifen. Im Netz hat es sich längst weltweit herumgesprochen, dass sich die Marketingabteilungen Foren zu ihren Produkten durchlesen oder eigene anbieten, um die Produktkritik aufzugreifen. Jeff Jarvis hat diesen Kulturwandel eindrücklich am Beispiel des Computerherstellers Dell in einem Buch “Was würde google tun†beschrieben. Man muss auf seine Gemeinde hören, mit den Werkzeugen des Internets haben sie die Möglichkeit der Kommunikation. Das ist bis eines der großen Probleme z.B. von ver.di.

ver.di für geschlossene Foren, nicht für offene Plattformen

In der ver.di-Zentrale des Fachbereichs Medien entschied man sich nach 2005, solche interaktiven Foren, die auch noch öffentlich sind, zu bekämpfen. Es wurde für die kommenden Tarifrunde in der Papierverarbeitung ein geschlossenes Diskussionsbrett eingeführt, aber das scheiterte kläglich, spielte keine Rolle in der Tarifauseinandersetzung, es wurde später beerdigt. Auch in der letzten Druckindustrie-Tarifrunde 2011 setzte man auf die geschlossenen Form im Rahmen des ver.di-Migliedernetzes. Aber auch hier flog der Funke nicht. Mit der Facebookgruppe Wir machen Druckâ wurde die Plattform geschaffen, wo man sich austauschte und informierte, ver,di konnte so schnell nicht auf ihrer Web-Seite informieren und sortieren, wie es hier der Fall war. Die User/innen könnten Meldungen kommentieren, waren interaktiv dabei. Gewissermaßen entstand hier eine Art “Liveticker†über einzelne Aktionen, wurden Statements gepostet und auf ver.di-Links verwiesen. Mit den verschiedenen Blogs wurde ebenfalls ein Überblick gehalten, über betriebliches informiert und in der Tarifrunde der Redakteure umfassend kommentiert. Die ver.di-Zentrale in Berlin war an diesen Prozessen nicht beteiligt, konnte nicht mitmischen, spielte am Rande mit. In die Breite ging die Web-Arbeit mit dem Redakteursstreik 2011, auch wieder ohne ernsthafte ver.di Steuerung. Was passierte, war eher zufällig, eine Web-Strategie der verschiedenen Kommunikationswerkzeuge gab – und gibt es nicht.

Blickt man heute auf die im August 2012 beginnenden Tarifrunde in der Papierverarbeitung, so wird man sich schnell der inhaltlichen Herausforderung dieser Runde bewusst, wenn man auf der ver.di-Fachbereichs-Web-Seite Berichte www.druck.verdi.de geht, es ist das alte Muster, dass die klassische Tarifvorbereitung des Apparats im Web abgebildet wird.

Mit Fotos und Videos ein emotionales Angebot schaffen, dass auch noch die Vernetzung unterstützt

Es ist bezeichnend für die bisherige Web-Strategie in der Druckindustrie und Papierverarbeitung, wie Bilder über Tarifaktionen publiziert werden. 2003 und 2005 hatten wir eine kleine Java-Datenbank, dann kam das ver.di-Web und die Bilder mussten in eine html-Tabellen eingearbeitet werden, ein Rückfall, der bis heute nicht beerdigt wurde. Mit Flickr, Picassa, google + u.a. werden nicht nur technische Plattformen angeboten, sie sind dazu noch Beziehungswerkzeuge und vermitteln auch einen gewisses emotionales Erlebnis von dem Geschehen. Mit Blick auf youtube muss man sagen, dass das Angebot von ver.di. zum Streik TV professionell ist, aber auch hier die Dynamik an ver.di vorbei geht. Einen youtube-Video auf dem cms von ver.di zur produzieren ist eine Qual, alleine, dass man so nicht mehr arbeitet. Heute brauche ich Sekunden, um eine Foto auf Facebook oder Instagram zu publizieren, auf den ver.di-Web-Seiten kann man schon einmal einschlafen bis die Fotos online sind. Über den Streik der Beschäftigten von pflegen und wohnen 2012 in Hamburg wurde täglichen auf einem youtube-Kanal informiert. Die etwas schwierige Haustarifauseinandersetzung 2011 bei Prinovis Nürnberg wurde auch über einen youtube-Kanal begleitet. E gibt heute aber viele hundert Beispiele, die Video-Berichterstattung zu gewerkschaftlichen Aktivitäten im Netz aussieht.

Facebook wird Plattform zur Begleitung betrieblicher Kämpfe

Mit Interesse verfolge ich einzelne Facebook-Seiten zu aktuellen betrieblichen Tarifauseinandersetzungen. An ihnen klebt zwar noch der übliche Ansatz, dass nur gesichertes von sich gegeben wird und man eher agitatorisch den nachrichtlich auftritt, aber wie andere gewerkschaftliche Facebook und Web-Seiten zeigen, spielen sie für den Zugang der Beschäftigten wie zur eigenen Vernetzung eine wachsenden Rolle. Mit einer Web-Strategie, mit einer Facebook-Seite, einem Blog, einem Ticker  etc. ist keine einzige Tarifrunde gewonnen, ist nicht zu gewinnen. Die wird in den Köpfen der Mitglieder und deren Konsequenz zu handeln, entschieden. Dies geht nur über die handwerklich saubere Planung und Umsetzung einer Tarifrunde, aber die verschiedenen Angebote sind für die Auseinandersetzung von unterstützender Bedeutung. Dabei ist die Web-Arbeit sowohl Öffentlichkeit- und Organisationarbeit.

David Montgomery beschwerte sich über ver.di-Web-Strategie gegen Mecom

Geschmunzelt hatte ich, als sich David Montgomery 2009 aus dem deutschen Zeitungsmarkt verabschiedetet und im SPIEGEL über ver.di beschwerte, die u.a. über ihre Web-Arbeit seinem Image und Anliegen geschadet haben („ver.di habe einen richtigen Propagandaapparat …. gehabt“). Mit Blick auf die Web-Begleitung waren es 14 qm .

Social-Media-Kongress von ver.di würde anstehen

Der Tarifticker der IG Metall ist eine gute Sache. Ich freue mich, dass diese Instrumente der schnellen Information als ein Element der Web-Arbeit immer mehr um sich greifen. Heute wird auch in der Gewerkschaftsbewegung etwas Wirklichkeit, wo man uns vor 15 Jahren noch deswegen verdammt bzw. bekämpft hat.

Es wäre an der Zeit, dass ver.di ein Social-Media-Treffen in 2012 oder 2013 anschiebt, um weiter an einer Web-Strategie im Kontext auch zu diesen Prozessen zu basteln. Die IG BCE hat ein Web-Angebot zu dem Oberthema Social Media im Angebot, wenn auch mehr mit dem Blick des Verhalten denn des gezielte Erschließens für die eigenen Arbeit. Die Seiten geben aber einen interessanten Einblick und sind sehr informativ.

Künftig wird es auch darum gehen, wie für die gewerkschaftlichen Aktivitäten die mobile Welt, also das Smartphone und der Tablet-PC, erschlossen wird. Instagram ist eine mobile Bildplattform, ohne die es wohl künftig auch nicht mehr geht, aber dazu muss man sich erst einmal einen Kopf machen, ob man auf dieser Plattform vertreten sein will (mobil) und wie, da es sein sehr eingeschränktes Öffentlichkeitsmedium, aber eben beziehungsträchtiges ist.

Neben der eigenen Strategie, den eigenen gewerkschaftlichen (technischen)Plattformen der Vernetzung – auch auf Grund des Inhalts –  in den sozialen Netzwerken, geht es darum, sie gezielt zu erschließen und zu nutzen. Sie als Teil der gewerkschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit einzusetzen und auch den eigenen Apparat das Wissen um diese Dinge zu vermitteln, gehört genauso zu diesem Themenkomplex wie die Überprüfung, solche technischen Plattformen wie Etherpad künftig einzusetzen. Sie können dazu beitragen, dass gewerkschaftliche Abstimmung gestärkt und transparenter wird, sofern man um deren Möglichkeiten weiß und sie an den eigenen Zwecken ausgerichtet gezielt einsetzt.

4. Mai 2012
nach Holger Artus
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ver.di Hamburg gegen Schuldenbremse auch in der Hamburgische Verfassung

In Hamburg will die SPD die Schuldenbremse in die Hamburgische Verfassung übernehmen. Darin wird sie unterstützt von GAL und FDP. Das passiert bewusst im Vorfeld des kommenden Doppelhaushaltes 2013/2014 in Hamburg, dessen politische Vorgaben nur realisiert werden können, wenn man im Sozialen kürzt. ver.di Hamburg ist gegen die Schuldenbremse auf Bundesebene – und somit auch gegen die Übernahme in die Hamburgische Verfassung. Die Gewerkschaft hat die Bürgerschaft aufgefordert, sich für eine Streichung der Schuldenbremse im Grundgesetz auszusprechen, damit über diesen Weg eine andere Konsolidierungspolitik eingeleitet werden kann, die Einnahmesteigerungen, nicht Kürzungen im Sozialen und bei den Arbeitsplätze vorsieht. Nicht weniger Staat, sondern eine handlungsfähige und gestaltende öffentliche Hand ist nötig, dies ist für ver.di ein strategische Grundfrage. Weiterlesen →

24. März 2012
nach Holger Artus
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GAL-Abgeordnete quer zu grünen Positionen bei der Unternehmensmitbestimmung?

Der GAL-Abgeordnete in der Hamburgischen Bürgerschaft muss sich diebisch gefreut haben, als er einen Antrag der SPD aus 1971 zur Trennung von Bürgerschaftsmandat und Aufsichtsratgremien gefunden hat, der später auch angenommen worden ist. Sein Antrag ist, dass der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat von Hapag Lloyd, Wolfgang Rose, Abgeordneter der Bürgerschaft und Spitzenfunktionäre von ver.di Hamburg ist, sein Mandat im Aufsichtsrat der AG niederlegen muss. Ich habe dazu einen Kommentar auf der Web-Seite der GA-Fraktion geschrieben: Es handelt sich um gewählte Arbeitnehmervertreter aus einem Urwahlverfahren. Der GAL-Abgeordnete Anjes Tjarks hat vielleicht ein Problem mit Rose, aber grüne Positionen sind für die Sicherung und Ausbau der Unternehmensmitbestimmung. Hier will einer billig und populistisch die GAL von den Gewerkschaften entfernen. Darf nicht gelingen.

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27. Februar 2012
nach Holger Artus
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Gegen Nazis – das ist auch eine Frage der Haltung

Die Angriffe von Nazis gegen die MOPO-Redaktionen zielten immer auch darauf, dass so über sie geschrieben wird. Das dachten wir mit. Aber uns war auch klar, dass es keinen Tolerierung geben kann, denn Faschismus ist nicht nur ein Verbrechen. Haltung zu zeigen, ist eine moralische Haltung, denn nur wenn die Zivilgesellschaft sich zeigt, tut man etwas gegen die braune Bande, die ihre Hetze auch immer versucht, gesellschaftsfähig zu bekommen. Wir haben als Betriebsrat uns ein politisches Mandat gegeben, hier in Form der Aufruf zu einer Anti-Nazis-Demo in Hamburg bzw. warum wir die unterstützen. Diese Grundfrage, sich gegen Nazis zu wehren, ist eine neben der Verteidigung von Arbeitsplätzen, die unser Haltung mit bestimmt hat.

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6. Februar 2012
nach Holger Artus
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Die Initiative zur Rekommunalisierung der Netze in Hamburg durch Gewerkschaftsbewegung unterstützen

In Hamburg muss die Gewerkschaftsbewegung sich der Frage der 100 prozentigen Übernahme der Netze durch die Stadt Hamburg und nicht einer 25,1 Prozent Beteiligung – stellen. Die bisherige Debatte verweist darauf, dass es sich auch um eine grundlegende strategische Frage handelt, die auf die betroffenen betrieblichen Akteure verschoben wird.

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14. Januar 2012
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Schon mal was von tiddler gehört?

Für die gewerkschaftliche Arbeit nach innen und nach außen gibt es fantastischen Möglichkeiten im Web, die gerade für Gewerkschaften geschaffen worden scheinen. Es sollte eine Debatte um ein gewerkschaftliches Wiki geführt und der Prozess organisiert werden. Diese Debatte geht am Ende nur über die Gewerkschaften, in deren Strukturen. Der Blick zurück auf die Etablierung des www in den Gewerkschaften, die Herangehensweise an die sozialen Netzwerke und die eigenen Netzwerke signalisiert, dass es auch weiterhin ein schmerzvoller Prozess bleiben wird, denn Transparenz und Gleichberechtigung, dass sind großen Herausforderung für die Gewerkschaftsbewegung im digitalen Zeitalter.

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12. Januar 2012
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Solidarität mit Streikenden bei Pflegen und Wohnen

Die Streikenden bei Pflegen und Wohnen in Hamburg kämpfen um einen Haustarifvertrag, den der Arbeitgeber gekündigt hat und der erklärt, er will keine Tarifregelung, er will eine betriebliche Regelung. Ein Tarifvertrag gilt für den Betrieb, aber dass will man wohl nicht, man will einfach weniger als den Tarifvertrag. Dagegen hat sich Protest formiert, es kam zu Warnstreiks.

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11. Januar 2012
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Solidarität mit Streikenden bei Pflegen und Wohnen

Die Streikenden bei Pflegen und Wohnen in Hamburg kämpfen um einen Haustarifvertrag, den der Arbeitgeber gekündigt hat und der erklärt, er will keine Tarifregelung, er will eine betriebliche Regelung. Ein Tarifvertrag gilt für den Betrieb, aber dass will man wohl nicht, man will einfach weniger als den Tarifvertrag. Dagegen hat sich Protest formiert, es kam zu Warnstreiks. Hier ein Soli-Schreiben, das ich abgeschickt habe. Die aufgeführt Facebook-Seite von ver.di funktioniert leider nicht. Soli-Schreiben sind für die Streikenden immer eine Hilfe, ich habe es selber miterleben dürfen. Und Soli-Schreiben gehören nicht in die Schublade. Den Rest entscheiden die Menschen.

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15. Dezember 2011
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Gegen das Vergessen – “ Erinnerung an Zwangsarbeit unterstützen

Über 25 Jahren arbeite ich im Unternehmen, am gleichen Standorte. Über die Jahre war mein Arbeitsplatz in jeder Etage, auch im Nachbargebäude. Doch erst anlässlich des 60. Unternehmensgeburtstages habe ich mich mit der Geschichte des Gebäude beschäftigt, in dem seit 1898 ein Wollunternehmen bis 1967 existierte. Hier haben vermutlich tausende Menschen über die Jahrzehnte gearbeitet haben. Eine Blick in die Betriebsgruppenzeitung der DAF aus 1943 hat mich fast zum Kotzen gebracht: In Stalingrad tobte ein verbrecherischer Krieg gegen die Sowjetunion und die braunen lobten in der Griegstraße das Ferienangebot in Thüringen. Dann sah ich die Baracken für Zwangsarbeiter in Altona in den 1940er Jahren und konnte es nicht fassen: Warum habe ich mich nicht damit beschäftigt? Auf dem Gelände der Fabrik gab es ein Zwangsarbeiterlager, die auch in der Sternwoll-Spinnerei zwangsweise arbeiten mussten. Heraus gekommen ist jetzt eine Initiative, die sich für eine Gedenktafel an dem Gebäude einsetzt.

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29. Oktober 2011
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Tarifrunde 2011 in den Zeitungsverlagen beendet, Baustellen für ver.di werden größer und größer

Mit den jüngsten Tarifabschlüssen für die Angestellten in den Zeitungsverlagen Niedersachsen-Bremens, NRW und Hamburg ist die Tarifrunde für die Angestellten in den Zeitungsverlagen und der Druckindustrie beendet. Offen ist regional noch der tarifliche Bereich der Angestellten bei den Zeitschriften in Niedersachsen. Für die Zeitungsverlage kann man Bilanz ziehen. Sie fällt nicht gut aus: Der Niedergang in der gewerkschaftlichen Verlags- und Tarifarbeit hält an.

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28. Oktober 2011
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Wie mit dem Abgeordnetenmandat als Gewerkschafter umgehen?

Die Hamburgische Bürgerschaft hat mit Mehrheit der SPD-Stimmen der Kürzung des Weihnachtsgeldes der Beamten im Oktober 2011 zugestimmt. Wiederholt hat es dazu Aktionen und Kundgebungen in Hamburg mit einigen tausend Teilnehmern gegeben, so auch am Tag der Bürgerschaftssitzung. Während wir an der Bannmeile entlang gegen die Absicht des Senats protestierten, stimmte die SPD dafür, die anderen Parteien dagegen. An der Abstimmung nicht teilgenommen hatte der Hamburger ver.di-Vorsitzender Wolfgang Rose, er blieb aber im Plenarsaal. Um dieses Verhalten gibt es eine gewerkschaftsinterne und öffentliche Debatte . Es bedarf in ver.di einer Klärung, wie man künftig mit dieser Frage hauptamtliches Wahlmandat und Abgeordnetenmandat umgeht. Die Unabhängigkeit der Gewerkschaftsbewegung ist wichtig für ihre Glaubwürdigkeit. Dazu gehört aber auch ihre klare Positionierung in den Themen.

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27. Oktober 2011
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Schuldenbremse aus dem Grundgesetz streichen

Der ver.di-Landesbezirksvorstand Hamburg hat in einem Beschluss auf seiner Sitzung im Oktober 2011 die Parteien in der Hamburger Bürgerschaft aufgefordert, einen Beschluss zu initiieren und zu treffen, dass die Schuldenbremse aus dem Grundgesetz gestrichen wird. Dabei geht es nicht darum, die Augen vor der erforderlichen Haushaltssanierung zu schließen oder gar zu meinen, man kann das Thema der Schulden aussitzen. Gerade eine neue Politik, die eine sozialen und demokratischen Wandel einleiten will, muss deutlich machen, wie diese Politik finanziert werden soll und das die Mittel vorhanden sind bzw. woher man sie bekommt. Seit Jahren findet eine Umverteilung von unten nach oben statt, werden Mitteln aus den Kürzungen Sozialleistungen generiert und damit die Schwachen belastet.

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26. Oktober 2011
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ver.di Hamburg – Chancen und Risiken

Am 15.06.2012 wurde Wolfgang Abel zum ver.di-Landesbezirksleiter Hamburg gewählt. 73 % der Delegierten stimmten für ihn, was dem Ergebnis von Wolfgang Rose, seinem Vorgänger, auf der letzten Konferenz 2011 entsprach. Es wurde eine Resolution zur Stadtpolitik angenommen, die ver.di wie bisher klar gegen eine unsoziale Senatspolitik positioniert, die davon spricht, dass man die Gegenwehr gegen den kommenden Doppelhaushalt im Bündnis mit anderen sozialen Bewegungen organisiert.

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26. Oktober 2011
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GAL-Abgeordnete quer zu grünen Positionen bei der Unternehmensmitbestimmung?

Der GAL-Abgeordnete in der Hamburgischen Bürgerschaft muss sich diebisch gefreut haben, als er einen Antrag der SPD aus 1971 zur Trennung von Bürgerschaftsmandat und Aufsichtsratgremien gefunden hat, der später auch angenommen worden ist. Sein Antrag ist, dass der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat von Hapag Lloyd, Wolfgang Rose, Abgeordneter der Bürgerschaft und Spitzenfunktionäre von ver.di Hamburg ist, sein Mandat im Aufsichtsrat der AG niederlegen muss.

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