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Holger Artus

24. November 2021
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Leinpfad 20: Seit 1939 Standort der SS für eigene Gerichtsbarkeit

Am Donnerstag werde auch ich für Paula Jacobson, an die ein Stolperstein vor dem Leinpfad 20 erinnert, Blumen niederlegen. Er ist zu einem Thema geworden, da der gerade verlegter Stolperstein am 16. Oktober 2021 für sie nur wenige Tage später auf dem Gehweg komplett entfernt und eine ganz neue Platte verlegt verlegt wurde.

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20. November 2021
nach Holger Artus
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Kommen Sie gerne am 25. November 2021 zum Leinpfad 20 zum gestohlenen Stolperstein

Es gibt Vorgänge, die machen fassungslos. Ein am 16. Oktober 2021 verlegter Stolperstein vor dem Leinpfad 20 wurde wenige Tage danach von Unbekannten entfernt. Stolpersteine erinnern an die NS-Opfer bis 1945. Es gibt über 6.000 davon in Hamburg. In Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft liegen sehr viele Stolpersteine. Im Leinpfad sind es elf, in der Agnesstraße 14 und wenn man die ganz Maria-Louisen- Straße nimmt, weitere 29 Stolpersteine. Sie sind Zeichen auf unseren Gehwegen, die zum Nachdenken einladen können, wenn man die Namen und Daten zu den Personen durchliest. Zum 9./10. November 2021 standen in Hamburg viele Kerzen an den Stolpersteinen, um an die November-Pogrome 1938 gegen Synagogen, jüdische Unternehmen und Menschen zu erinnern. 

Beim entfernten Stolperstein war die Methode besonders übel: Es wurde eine völlig neue Gehwegplatte verlegt, so dass nichts an den Stein erinnert. Diese Aktion erweckt den Eindruck, dass der Stein vergessen werden soll und damit Paula Jacobsohn, an die mit ihm erinnert worden war. Als wenn sie ein zweites Mal gedemütigt und entrechtet wird. Es passiert sehr selten, das Stolpersteine absichtlich beschädigt oder entfernt werden. Über die individuellen Motive dabei kann man nur spekulieren. Dass es im zeitlichen Zusammenhang mit den ersten Deportationen jüdischer Menschen am 25. Oktober 1941 erfolgte, schmerzt uns, die wir uns um Erinnerungen bemühen. 

Wir möchten Sie einladen, mit uns am Donnerstag, den 25. November 2021 um16 Uhr vor dem Leinpfad 20 auf dem Gehweg im Leinpfad 20 Blumen für Paula Jacobson niederzulegen. 

Es ist unsere Absicht, mit dieser Einladung und dem Treffen am Platz des gestohlenen Stolpersteins auch in unserer Stadt deutlich zu machen, dass Antisemitismus keinen Platz hat. Der Versuch, Paula Jacobson, die hier bis 1934 wohnte, vergessen zu machen, wollen wir nicht hinnehmen. 

Zur NS-Geschichte des Leinpfad 20 gehört auch, dass deren Eigentümer bis 1939 die dänische Familie Alfred Moritzen und das dazugehörige Unternehmen D. Müller & Co. waren. Moritzen war dänischer Jude und lebte seit 1889 unter dieser Adresse an der Alster. Im März 1939  wurde die Familie gezwungen, ihr Eigentum an einen “Arier” zu verkaufen. Die unternehmerische Aktivität der Familie im Unternehmen D. Müller & Co. war ebenfalls von der “Arisierung” betroffen. Sie selber konnten im Juni 1939 nach Dänemark fliehen. Es wird sehr zeitnah ein neuer Stolperstein für Paula Jacobson verlegt. Wenn der Termin steht, informieren wir darüber. 

Holger Artus, Agathenstraße 10, 20357 Hamburg;  Peter Hess, Initiator der Hamburger Stolpersteine; Dr. Peter Zamory, Erinnerungspolitische Sprecher der Grünen-Bürgerschaftsfraktion;  Dr. Isabella Vértes-Schütter, Kulturpolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion; Marco Hosemann, Mitglied im Bezirksvorstand von DIE LINKE. Hamburg-Nord

16. November 2021
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Stolperstein entfernen geht gar nicht

Kann man sich das vorstellen? Am 16. Oktober 2021 wird ein Stolperstein in Hamburg Nord an der Außenalster verlegt. Ein paar Tage später ist er entfernt worden. Professionell wurde eine neue Gehwegplatte verlegt. So als ob es den Stolperstein nie gegeben hat, um so Paul Jacobson erneut vergessen machen zu wollen. An sie erinnerte der klein Messingstein – und wird es wieder.

Heute habe ich meine bisher kleinste Auflage einer Info in die beiden Briefkästen gesteckt, um die dortigen Bewohner:innen in Szene zusetzen. Dabei soll es nicht bleiben, weiteres ist in Planung, aber erst einmal suche ich den Kontakt. Hier mein kurzes Anschreiben:

Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen: Der vor kurzem verlegte Stolperstein für Paula Jacobson vor Ihrem Haus ist leider entfernt worden. Er wurde gestohlen und eine neue komplette Gehwegplatte verlegt – als wenn es ihn nie gegeben hat. Diese Stolpersteine sollen an NS-Opfer von 1933 bis 1945 erinnern. Es gibt über 6.000 dieser kleinen Messingsteine in Hamburg. Wenn Sie durch den Leinpfad, Agnesstraße oder Marie-Louisen-Straße gehen, finden Sie sehr viele von ihnen.

Es belastet mich, dass es gerade jetzt passiert ist, wo am 25. Oktober an den 80. Jahrestag der erste Deportation jüdischer Menschen über die Moorweidenstraße beim Bahnhof Dammtor gedacht wurde. Am 9. November 2021 leuchteten an vielen Stolpersteinen Kerzen. Damit wurde an die Novemberpogrome der Nazi gegen jüdische Unternehmen, Synagogen und Menschen 1938 erinnert.

Vielleicht ist Ihnen etwas aufgefallen und Sie haben gesehen, wann es passiert ist? Sie könnten den Hamburger Stolpersteinen sehr helfen (www.stolpersteine-hamburg.de). 

Es passiert sehr selten, dass Menschen etwas gegen diese Steine haben, sie beschädigen oder versuchen, zu entfernen. Was auch immer die Motive sein mögen, es ist in meinen Augen eine schändliche Tat Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft, die eine Haltung insbesondere zur NS-Zeit hat. Das ist auch der Grund, weshalb ich mich an Sie wende. 

Ich will mich aus Gründen der Zivilcourage dem Thema stellen. Das geht m.E. nur über die Herstellung einer Öffentlichkeit. Dazu wird bei Ihnen in den umliegenden Straßenzügen über diesen antisemitischen Vorgang eine Information verbreitet. Weiteres ist geplant. Ihr Grundstück selber hat ja eine antisemitische Geschichte und wurde den jüdischen Eigentümern geraubt. Es wird demnächst ein neuer Stolperstein verlegt. Dazu wird dann auch noch einmal eingeladen. Die Absicht, Paula Jacobson, vergessen zu machen, wird scheitern, da wir als Gesellschaft so etwas nicht mitmachen.

8. November 2021
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Vor 80 Jahren, am 8. November 1941, wurden jüdische Nachbarn, nach Minsk deportiert

Für unsere Kundgebung zur Erinnerung an die November-Pogrome und die Verlegung der Stolperschwelle am 9. November 2021 verteilen wir heute noch mal im Stadtteil. So z. B. heute Morgen in den Häusern in der Juliusstraße 18, Magaretenstraße 15, Vereinsstraße 40 a und Bellealliancestraße 60. Vor 80 Jahren mussten jüdische Menschen diese Adressen verlassen, um nach Minsk deportiert zu werden. Hier die Nachbarschafts-Info.

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1. November 2021
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9. November 2021 17 Uhr Karolinenviertel

Am 9. November 2021 wird um 18 Uhr eine Stolperschwelle vor der Ganztagsgrundschule Sternschanze im Schanzenviertel verlegt. Da es um die über die Schülerinnen und Schüler der Israelitischen Töchterschule in der Karolinenstraße 35 geht, findet hier um 17 Uhr der Auftakt statt. Hier die Einladung an die Nachbarschaft im Karolinenviertel.

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30. Oktober 2021
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Jüdische Zwangsarbeiter in der Sternwoll-Spinnerei ab 1938 bis zur deren Deportation

Seit 2013 erinnert eine Wandskulptur in der Griegstraße 75, dem ehemaligen Unternehmenssitz der MOPO, an die sowjetischen und polnischen Zwangsarbeiter/innen, die seit 1941 in der Sternwoll-Spinnerei auch zur Grantenproduktion eingesetzt wurden. Im vergangenen Jahr ergab die Recherche, dass hier ab 1944 italienische Militärinternierte zur Zwangsarbeit schuften mussten. Jetzt habe ich herausgefunden, dass das Unternehmen über das Arbeitsamt seit 1939 auch jüdische Menschen aus Hamburg zur Zwangsarbeit ausbeutete.

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1. Oktober 2021
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Stationen

Seit dem 1. Oktober 2021 bin ich Rentner – und das faule Leben beginnt. Natürlich nicht. Aber es ist eine andere Etappe, die schon 2019 mit meinen Ausscheiden aus der MOPO begann, allerdings bis zum 30. September 2021 als Arbeitsloser.

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30. September 2021
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Noch kein Abschluss einer Aktivität, aber ein weiterer Schritt

Mit der Verlegung der drei Stolpersteine vor der Hoheluftchaussee 91/93 am 5. Oktober 2021 wird auch ein weiterer Schritt realisiert, um die Auseinandersetzung um die Geschichte dieses Häuser und deren Besitzer/in auf einen Punkt zu bringen. Mir wurden sie erst bei der Recherche zur NS-Vergangenheit von Alfred Bauer bekannt. Er hatte sie im Rahmen der „Arisierung“ 1938/1939 den jüdischen Eigentümer genommen. Ich denke, man darf und muss von Raubkauf sprechen.

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