Was für dumme Menschen, die versucht haben, die Erinnerungstafel am Sternschanzen-Bahnhof für die Deportierten vom Juli 1942 über die Schule Schanzenstraße mit einem „Ich liebe Palästina“-Aufkleber für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.
Zum einen habe ich ihn säuberlich entfernt, zum anderen habe ich der auf ihm beworbenen Struktur meine Meinung in unfreundlichen Worten mitgeteilt.

In meinen Augen ist das ein Versuch der Provokation, um sich selbst wichtig zu machen. Politisch ist es ekelhaft, das gedankliche Spiel zu betreiben, die Deportationen jüdischer Menschen zwischen 1938 und 1945 in einen möglichen Zusammenhang mit der heutigen Auseinandersetzung in Palästina zu bringen. Es ist respektlos gegenüber den Menschen, die Opfer des NS-Terrors wurden, und gegenüber den Angehörigen derjenigen, die überleben konnten, weil sie damals in das britische Mandatsgebiet Palästina fliehen konnten. Moralisch ist dieser Aufkleber an der Tafel in meinen Augen „Dreckmist“. Dem inhaltlichen Dummsinn der beworbenen Seite will ich keinen Raum geben.
Am 15. Juli 2026 werden wir mit einer Kundgebung an die Deportierten erinnern, die am 15. und 19. Juli 1942 über die Schule Schanzenstraße nach Theresienstadt/Terezín verschleppt wurden. Wir treffen uns wie immer vor der Namenstafel der Deportierten in der Altonaer Straße im Schanzenviertel. Auch in diesem Jahr werden Angehörige daran teilnehmen. Es bleibt ein furchtbares Ereignis, und man kann sich nur schämen für das, was Menschen anderen Menschen angetan haben.
Bei unseren Recherchen haben wir vermutlich den einzigen Schüler der Schule Schanzenstraße gefunden, der über seine Grundschule verschleppt und im Januar 1945 im KZ Dachau ermordet wurde: Claus Borchardt. Ich freue mich, dass ein heutiger Mieter auf der Kundgebung sprechen wird, der unter der Adresse lebt, in der die Familie Borchardt bis zu ihrer Deportation 1942 wohnte. Die Initiative „karostolpert“ wird an die Verschleppte aus dem Karolinenviertel erinnern.
