Seit dem 1. Oktober 2021 bin ich Rentner – und das faule Leben beginnt. Natürlich nicht. Aber es ist eine andere Etappe, die schon 2019 mit meinen Ausscheiden aus der MOPO begann, allerdings bis zum 30. September 2021 als Arbeitsloser.
Auch in dieser Zeit habe ich immer wieder beworben. Wer nimmt einen, der kurz vor der Rente steht? Als Rentner kann ich wieder interessanter werden. In den letzten 100 Tagen habe ich meine Arbeitsstationen aufgeschrieben und auf meinen Facebook-Account gestellt. Es sollte keine 100 cm Maß werden, sondern eben etwas, was ich mit mir verbinde. Meine Werden im Arbeitsprozess in Stichworten. Es sind jeweils eigene Texte gewesen, jeder irgendwie anders. Zur MOPO kann ich nach fast 35 Jahren viel schreiben, aber das habe ich ja zu genüge getan, ob zu deren Geschichte oder über die Auseinandersetzungen um die Arbeitsbeziehungen und -verhältnisse. Ich habe aktuell laufende Projekte, einige liegen auf Halde. Hier und da werde ich noch mal als Berater in Erscheinung treten, aber es ist ein schweres Brot. Nicht wegen der Vermittlung, sondern geänderter Zeiten. Für andere beginnt sie fast alle mit dem “ab heute”, insofern kann ich nicht mehr viel beisteuern. Es gibt in meine. Reihen kaum eine Betrachtung im Prozess und vom werden und vergehen. Handwerkliche Eigenschaften haben es da schwer, strategische Ziele und wie man das kommunizieren will, hin zum organisierten Vorgehen, spielen eine untergeordnete Rolle, wenn überhaupt. Kraft kommt für mich vom Kräfteverhältnissen und deren Veränderungen. Das ist aber nicht wirklich gefragt. Der laute Ruf (der Selbsttäuschung) hat es da leichter.
MOPO (30.09.2021)
Heute ist mein letzter Arbeitstag, morgen werde ich Rentner. Meine letztes Arbeitsverhältnis im aktiven Berufsleben war die Hamburger Morgenpost. Hier war ich vom 17. September 1985 bis 30.09.2019 beschäftigt. An einem Donnerstag hatte ich ein Vorstellungsgespräch in der Griegstraße 75. Die Personalerin, Anneliese Schmidt-Köcher nahm mich danach zur Seite und sagte mir liebevoll, das wird schon was werden. Der Leiter des Rechnungswesen, Adolf Dick, rief mich einen Tag später an und sagte, ich möge in vier Tagen, am Dienstag, den 17. September 1985 anfangen und in der Honorarbuchhaltung arbeiten. Montags macht man es nicht. In den Kreditoren begrüßten mich damals Ulz und Manuela. In den Debitoren Gabi, Rainer, Karin und Ulla. Ulz, mein direkter Arbeitskollege, schied einen Monat nach mir aus der MoPo aus. Gabi ist bei Gruner+Jahr, Ulla bei SAP. Rainer und Karin habe ich aus dem Blick verloren. Manuela ist in der Bauer Media Group.
Nach der Geburt unseres Sohnes wurde ich in die Anzeigenabteilung versetzt. Nach einer gescheiterten Kündigung wegen einer Teilnahme an einem Betriebsräte-Seminar kam ich in die Rechtsabteilung und verantwortete das Mahnwesen. Dank eines tollen Leiters des Rechnungswesen (Christian) und Justiziar (Matthias) durfte ich mich um größere Projekte bei G+J kümmern. Mit meiner Wahl zum Betriebsratsvorsitzenden 1994 machte ich dann aber nichts mehr davon.
Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, an die ich mich gerne erinnere. Es sind soviele Namen, nur stellvertretend: Sigrid, Gerd-Peter, Nina, Sabine, Birgit, Heiner oder Martin aus dem Betriebsrat. Aber auch viele andere aus der Redaktion und Verlag wie Lars, Dierk, Renate, Sandra, Katrin, Jan, Rüdiger, Dana, Ellen, Volker …. Ich erinnere mich an viele hundert! An unsere Chefredakteure/in wie z.B. Marion oder Matthias habe ich tolle Erinnerungen, aber auch die anderen erinnere ich mich. Nur einer war ein Mensch, der einen schlechten Charakter hat(te), nach meiner Meinung. All die Geschäftsführer oder Verlagsleiter, die ich kennen und schätzen lernte, ob Susan oder Bodo, Christian oder Matthias. Ich erinnere mich an einige Wichtigtuer unter ihnen, aber sie mussten ihre Rolle spielen. Vor einigen ziehe ich meinen Hut, auch wenn sie heute Minster sind. Ich habe auch sehr nette Gesellschafter kennengelernt wie Frank und Hans oder deren Vertreter Christopher. Es gab den einen oder anderer Vertreter aus den Mediengruppe, da passte das Hochglanz-Haus nicht zu uns – und deren ganzen Gelaber. Einer war in meinen Augen sowieso ein Blender im Zeitungsgeschäft und wurde völlig überbewertet.
Ich erinnere mich der vielen Betriebsräte aus den Unternehmen, deren Gesellschafter das Unternehmen herrschten. Sie waren ein Grund für mich, die Zusammenarbeit zu suchen, ob mein Freund Wolfgang und Bernd, die leider beide nicht mehr leben. Renate, Michael, Heinrich, Werner oder Nico. Natürlich waren es vielmehr. Ihr alle fehlt mir!