Seit 2019 wird bei uns im Viertel eine Kundgebung zum Jahrestag der beiden Deportation im Juli 1942 über die Schule Sternschanze organisiert. Wir wenden uns vor allem an unsere Nachbarschaft im Wohngebiet. Zusätzlich werden zu einzelnen Deportierten Nachbarschafts-Infos verteilt. Sie werden an den Adressen verteilt, in denen damals die Deportierten gelebt hatten. Aus diesen Häusern kommen immer wieder auch Menschen zur Kundgebung.
Dieses Jahr war das besondere, dass wir über Claus Borchardt gestolpert waren. Er war der einzige aus der Deportation, der in der Schule Schanzenstraße eingeschult (1936 „runtergeschmissen“) und 1942 nach Theresienstadt/Terezin verschleppt wurde. Wir hatten einen Mieter aus der Wohnadresse der Borchards als Redner gewonnen.
Ohne das es Routine wird, sind wir immer darum bemüht, Angehörige einzuladen. Die Deportierte Martha von Brockhausen kam aus Kiel, so dass wir hier mehrere Infos zu den Verschleppten verteilt hatten. Da wir niemanden aus Kiel nach Hamburg bekommen würden, wurde eine Veranstaltung in Kiel geplant, die aber leider aus zeitlichen Gründen nicht realisiert werden konnte.
Hier die die einzelnen Nachbarschafts-Infos über einzelne Deportierte.:
Vor dem Haupteingang des Volksparkstadion erinnert der HSV an Norbert Prenzlau. Er wurde mit seiner Partnerin, Olga Meyer, am 15. Juli 1942 über die Schule Schanzenstraße nach Theresienstadt/Terezin deportiert. Olga Prenzlau starb dort am 9. August 1942, Norbert einige Tage später am 1. September 1942.


Olga und Norbert waren Förderer des HSV. Sie spenden nach Angaben des Vereins 1921 für das damalige Clubheim Einrichtungsgegenstände. Der HSV hatte die Jugendstilvilla 1921 an der Rothenbaumchaussee/Ecke Hallerstraße erworben. Das repräsentative Gebäude, das als „Burg“ oder „Löwenburg“ bekannt wurde, diente dem Verein als Geschäftsstelle und Clubhaus.

In Begleitung des „Netzwerk Erinnerung“, (kurz Netz E), ein Zusammenschluss aus Fans und Mitarbeitenden des Vereins, trafen sich Gäste aus Italien vor dem Volksparkstadion an der Gedenktafel, in dem ab November 1943 ein Lager für italienische Militärinternierter unter der damaligen Stadiontribüne,in den Umkleideräumen, war.
Vor den Erinnerungstafeln für Asbjorn Halvorsen, James Lewie und Margit Zinke und Harald Tachau kam es zu einem Austausch. Die Gäste brachten ihre Traurigkeit zum Ausdruck. Im Gespräch gingen sie auf das Massaker der deutschen Wehrmacht und SS im September 1944 am Monte Grappa sowie ihrer Gemeinde ein.

Das „NetzE“ gibt es beim HSV seit Frühjahr 2016. Ziel ist es, „durch seine bildungspolitische Erinnerungsarbeit und die Aufarbeitung des Nationalsozialismus diskriminierende Haltungen und Praktiken im Verein und in seiner Fanszene zu thematisieren und zu bekämpfen.“
