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Holger Artus

Hilde Dublon, deportiert nach Theresienstadt am 19. Juli 1942

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Hilde Dublon war am 10. September 1924 in Lüneburg geboren. Gretchen Neufeld, ihre Mutter, war am geboren am 18. Dezember 1894 und mit Daniel Dublon, geboren am 23. Mai 1895, verheiratet. Sie lebten bis zum Umzug 1931 in Lüneburg, im Wilschenbrucher Weg 20.

Heute erinnert ein Stolperstein vor dem Haus an Hilde Dublon.

1931 zogen sie nach Hamburg. Gretchen wohnte mit ihrer Tochter Hilde der Grindelallee 7. Hilde Dublon ging in Hamburg auf die Israelitische Töchterschule, zu erst in der Johnsallee, seit Mai 1935 in die Karolinenstraße 35.

Es gibt einen Brief von Hilde Dublon von 28. November 1936 an ihre Mitschülerin, Ruth Cohen, die nach Palästina geflohen war. Es zeichnet das Bild von einer aufmerksamen und liebevollen Schülerin. „Vielen Dank für Deinen schönen Brief und dein Bild. Ihr habt aber eine schöne Wohnung. Wie braun bist Du geworden! Ich habe den Brief gleich mit zur Schule genommen …Wie gerne würde ich Dir ein Paket voll Schnee schicken, aber bei uns
hat es auch noch nicht geschneit Augenblicklich ist echtes Hamburger
Matschwetter. Vielleicht gehen jetzt auch die Schneeballschlachten los.“

Reiner Lehberger und Ursula Randt, „Aus Kinder werden Briefe“. Hamburg 1999

Nach dem Tod ihrer Mutter zog auch Daniel Dublons Schwester, Henny, nach Hamburg. Daniel Dublon lebte mit seiner zweiten Partnerin, Bertha Stern und deren Tochter, zu erst in Schanzenstraße 52, später zogen sie im Moorkamp 19. Zum Schluß wohnte er in der Curschmannstraße 11. Seine zweite Frau, Hertha Stern rettete sich 1939 mit ihrer Tochter (aus ihrer ersten Ehe) nach England.

Daniel Dublon war sportlich im ETV aktiv. Nach 1933 wurden die jüdischen Mitglieder aus dem Verein rausgedrängt. Vermutlich hat es ab 1934 keinen jüdischen Sportfunktionär mehr dort gegeben und ab 1935 war kein jüdisches Mitglied im ETV. Heute wird auf einer Gedenkstele vor dem ETV in der Bundesstraße an 16 jüdische Mitglieder erinnert. Einer der Namen ist der von Daniel Dublon.

Nach 1933 leitete er zweiweilig die Fußballabteilung der Sportgruppe „Schild“. Im Juni 1933 hatten sich in Hamburg jüdische Sportlerinnen und Sportler zu Gruppe „Schild“ zusammengetan. Die Nazis haben nach ihrer Machtübernahmen die jüdischen Menschen als „unerwünscht“ aus dem Sportvereinen verdrängt. In der Sportgruppe „Schild“ in Hamburg waren eigenen Angaben 1.200 Sportlerinnen und Sportleree aktiv. Deutschlandweit waren es 1935 40,000. Nach den November-Pogromen wurde die jüdischen Sportvereine aufgelöst.

Bis die Nazis ihn Ende der 1930er Jahre zwangen, sein Unternehmen einzustellen, arbeite er im Viehgroßhandel. Er arbeitete als Viehhändler, auktionierte Rinder in den Räumen, in denen sich heute das Restaurant Bullerei von Tim Mälzer befindet. 1938 musste er sein Unternehmen im Triton-Haus in der Schanzenstraße 75/77, dem so genannten Montblanc-Haus, aufgeben.

Am 19. Juli 1942 musste sich Hilde, Gretchen und Daniel Dublon auf dem Schulhof der Volksschule Schanzenstraße einfinden. Sechzehn Jahre alt war sie damals. Mit ihren Eltern und ihrer Tante wurde Hilde vom Schulhof mit Polizeiautos zum Hannoverschen Bahnhof, nahe der heutigen HafenCity, gebracht. Von dort aus transportierten die Nazis sie ins Ghetto in Theresienstadt in ein Ghetto. Ein Jahr später, am 15. Mai 1943, starb sie dort an Typhus. Henny Dublon, ihre Tante, wurde 1943 nach Auschwitz deportiert und starb dort am 15. Mai 1943.

Daniel und Gretc Dublon überlebte und wurde befreit. Nach dem Krieg war er einer der ganz wenigen Juden, die sich wieder ein Leben in Deutschland vorstellen konnte. Daniel lebte in Hamburg, wo er die winzige Restgemeinde mit koscherem Fleisch belieferte. Er starb 1960 in Hamburg.

Gretchen Dublon reiste in die USA aus. Nach ihrer Ausreise in die USA schaltete sie eine Traueranzeige zum Tod ihrer geliebten Tochter.

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