Ende 1944/Anfang 1945 wurden 13 jungen Menschen in der Frauenklinik des AK Altona zwangssterilisiert, weil sie Sinti oder Roma waren. Mit einer Kundgebung im November 2024 soll vor dem damaligen Standort in der Bülowstraße 9 an erinnert werden. Dafür hat sich ein Bündnis im Stadtteil herausgebildet.
In der Bülowstraße in Hamburg-Ottensen habe ich heute die Nachbarschaft über eine geplante Kundgebung am 11. November 2024 informiert und zu einem Vorbereitungstreffen Ende Juni 2024 eingeladen. Es ist auch der Versuch, über die Briefkasten-Verteilung in einen Dialog über eine Ausgestaltung der Aktivität zu kommen. Hier die Nachbarschaftsinfo-Info:
Im November 1944/Januar 1945 wurden 12 Sinti und Roma und eine People of Colour in der Frauenklinik des AK Altona in der Bülowstraße 9 zwangssterilisiert. Es waren jugendliche Mädchen und Jungen ab 17 Jahre, die auf Anweisung des damaligen Gesundheitssenators Ofteringer von den Ärzten:innen der Frauenklinik des AK Altona verstümmelt wurden.
Bei ihnen gab es keinen Beschluss des (rassistischen) „Erbgerichtshofes“ als formale Begründung für das damalige Handeln der Ärzte vor. Die Jungen und Mädchen wurden an ihren Wohnadressen von der Polizei abgeholt. Die Eltern wurden weder gefragt noch konnten sie widersprechen, wie es bei den formalen Verfahren vor dem “Erbgerichtshof” möglich gewesen wäre. Allein, weil sie Sinti bzw Roma oder schwarz waren.

Sie gehörten wie die jüdischen Menschen zu den Personen, die nicht in das völkische und rassistische Weltbild des NS-Regime passten. Sie sollten vernichtet werden. Entweder durch Ermordung und eben der Zwangssterilisation, wenn es sich um Familien ging, bei denen es um eine sogenannte Mischehe handelte.
Was will ich von Ihnen?
Mit anderen Gruppen und Einrichtungen … möchten wir am Montag, den 11. November 2024 um 17 Uhr vor Ort an die der Zwangssterilisierten, zusammen mit Angehörigen, im Rahmen einer Kundgebung erinnern. In der Diskussion ist auch eine Erinnerungstafel auf öffentlichen Grund. Hier sind wir u.a. im Gespräch mit den Verbänden der Sinti und Roma in Hamburg. Den Dialog würden wir auch gerne mit Ihnen als Bewohner:innen aufbauen.